Disability Pride Month Flagge mit Querstreifen in rot, gelb, weiß, blau und grün auf schwarzem Hintergrund

Disability Pride Month

Weltkrebstag und Disability Pride Month. Zwei Dinge, die die Allgemeinheit kaum kennt, geschweige denn feiert. In meinem Leben als metastasierte Krebspatientin sind das sehr wichtige Termine. In diesem Blogpost erfährst du warum und wieso wir alle viel mehr Aufmerksamkeit darauf lenken sollten.

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Ich danke dir jetzt schon dafür!

Vorab schon die Info, dass alleine in Deutschland jährlich ca. 500.000 Menschen eine Krebsdiagnose erhalten. Viele werden dadurch auch (schwer-)behindert, sei es durch Operationen (Mastektomie, Ablatio, Stoma & Co.) oder einfach als Folge der Erkrankung (Fatigue, Einschränkungen im Bewegungsapparat, etc.).

Deshalb passen diese besonderen Aktionstage/-monat für mich gut zusammen, denn ich bin selbst auf Grund meiner Krebserkrankung schwerbehindert (Grad der Behinderung 100 plus Merkzeichen B+G).

Weltkrebstag

Der internationale Weltkrebstag ist jedes Jahr am 04. Februar. Ziel des Weltkrebstag ist es auf das Thema Krebs aufmerksam zu machen, Prävention, Forschung und Behandlung in den Fokus zu rücken.

Je früher Krebs erkannt wird umso besser ist die Erkrankung behandelbar, deshalb wird oft gesagt, dass Vorsorge die beste Therapie ist. Doch viele Menschen machen lieber die „Vogel Strauß“ Methode, stecken also den Kopf in den Sand und wollen mit dem Thema nichts zu tun haben.

Leider schützt Ignoranz nicht vor der Krankheit, weshalb man gar nicht genug darüber sprechen kann. Das tue ich seit meiner Erstdiagnose im Jahr 2014 viel und oft.

Ursprung des Weltkrebstag

Am 4. Februar 2000 fand in Paris das Weltgipfeltreffen gegen Krebs statt, der den Beginn des Weltkrebstages markierte. Die UICC (Union internationale contre le cancer) koordiniert den Weltkrebstag, an dem sich nach eigenen Angaben fast 300 Organisationen in weltweit 86 Ländern beteiligen – darunter auch die Deutsche Krebsgesellschaft, die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Jedes Jahr finden weltweit Aktionen statt, die auf den Weltkrebstag aufmerksam machen sollen. Jeder kann sich daran beteiligen! Es wurden schon Gebäude beleuchtet, aber natürlich gibt es auch lokale Infostände oder Vorträge in Schulen oder Firmen. In den letzten Jahren hat die Onlinepräsenz an Bedeutung gewonnen und es finden jährlich Aktionen auf z.B. Instagram statt an denen ich auch schon teilgenommen habe.

Krebsschleifen Übersicht Foto von: Das K Wort

Weltkrebstag Mottos

Es gibt immer unterschiedliche Mottos um auf aktuelle, dringliche Probleme aufmerksam zu machen. 2025-2028 geht es um „Gemeinsam einzigartig“. Es soll zeigen, dass wir Krebspatient*innen zwar durch die Diagnose verbunden sind, aber trotzdem jede Erkrankung ganz individuell ist. Wir alle haben unsere eigene Geschichte und unterschiedliche Bedürfnisse.

In den letzten Jahren waren es folgende:

  • 2022–2024: „Close the care gap“. Es wurde dazu aufgerufen, Versorgungslücken in der Früherkennung, Behandlung und Nachbetreuung zu schließen.
  • 2019–2021: „Ich bin und ich will“. Das Motto ruft jeden Einzelnen zum Nachdenken auf: „Wer bin ich und was werde ich anlässlich des Weltkrebstages zur Bekämpfung von Krebs tun?“
  • 2016–2018: „We can. I can.“ Das Motto verweist auf die verschiedenen Möglichkeiten, wie sowohl gemeinsam als auch von jedem Einzelnen beigetragen werden kann, Krebs vorzubeugen, früh zu erkennen und Betroffene zu unterstützen.

Lies gerne mehr auf Wikpedia über die älteren Mottos: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltkrebstag

Schwerbehinderung Einteilung und Merkzeichen

Ich möchte gerne noch kurz etwas über Schwerbehinderung schreiben, weil viele ein recht stereotypisches Bild von Behinderungen haben. Die Schwerbehinderung wird in einen Grad eingeteilt, nicht in Prozent (wie manchmal umgangssprachlich gesagt wird). Dazu muss man einen Antrag stellen und anhand der Befunde und Infos wird ein Grad der Behinderung vergeben. Oft ist diese Genehmigung und der Ausweis sogar nur befristet genehmigt. Selbst mit meiner Metastasen Diagnose, die ja unheilbar ist, wurde der Ausweiß am Anfang nur für 5 Jahre bewilligt.

Dann gibt es noch verschiedene zusätzliche Merkzeichen, die nur bei entsprechendem Nachweis und Bedarf vergeben werden. Auch das ist meist nicht so einfach und ich kenne Menschen, die im Rollstuhl sitzen und trotzdem um das „aG“ Merkzeichen kämpfen müssen.

Warum schreibe ich das hier? Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass man nicht jede Behinderung sieht und dass mehr Dinge unter eine (Schwer-)behinderung fallen als du vielleicht glaubst. Oben habe ich ja schon geschrieben, dass ich einen Grad der Behinderung von 100 habe und außerdem habe ich die Merkzeichen B und G. Wenn du mich irgendwo siehst würdest du wahrscheinlich gar nicht auf die Idee kommen, dass ich so schwer behindert bin, oder?

  • G (Gehbehinderung)
  • aG (Außergewöhnliche Gehbehinderung)
  • H (Hilflosigkeit)
  • B (Begleitperson)
  • Bl (Blindheit)
  • Gl (Gehörlosigkeit)
  • TBl (Taubblindheit)

0 Euro Soforthilfen für dich

Du hast selbst eine Krebsdiagnose erhalten und bist noch komplett durch den Wind? Du weiß nicht wo du anfangen sollst und fühlst dich total überfordert? Oder du bist Angehörige oder kennst jemanden mit einer Krebsdiagnose?

Aus meiner eigenen Erfahrung und meinem inzwischen umfangreichen Wissen habe ich verschiedene Soforthilfen erstellt. Ich weiß genau wie man sich fühlt nach der Diagnose und lebe inzwischen seit über 10 Jahren mit Krebs. Deshalb gibt es einen Notfallplan für den Beginn, meine Geldsparliste mit der man zusätzliche Hilfe bekommt und echtes Geld sparen kann und meinen Krebs-Yoga-Onlinekurs als Begleitung während und nach der Therapie.

Klicke einfach auf das Bild und du kommst zu den Soforthilfen:

Disability Pride Month

Im Juli ist Disability Pride Month.

Entstanden ist dieser 2015 in den USA. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des „Americans with Disability Act“ erklärte der Bürgermeister von New York (Bill de Blasio) den Juli 2015 nämlich erstmals zum Monat der Behinderten.

Auf der Seite von Raul habe ich gelesen, dass der Ursprung sogar auf einen Protest aus dem Jahr 1990 zurück geht, als Aktivist*innen die Treppe zum Kapitol in Washington auf Knien, mit Krücken und Rollstühlen erklommen haben und so Präsident George H. W. Bush zur Unterzeichnung der „Americans with Disabilities Act (ADA)“ zwangen.  
(Quelle: https://raul.de/allgemein/das-sind-die-tuecken-des-disability-pride-month/)

Geschichte ist das eine – die Realität von heute das andere. Und die betrifft viele von uns ganz direkt. Mich zum Beispiel.

Auch Krebs ist eine Behinderung

“Behinderten Stolz Monat” klingt in deutsch ja leider nicht so geil.


Ich selbst bin seit meiner metastasierten, und damit unheilbaren, Krebserkrankung schwerbehindert und habe einen Grad der Behinderung von 100. Damit gehöre ich also auch in diesen Kreis. Auch wenn eine Krebserkrankung wahrscheinlich im ersten Augenblick gar nicht so sehr als Behinderung daher kommt, ist sie genau das.

Down Syndrom, Neurodiversität, Gehbehinderungen aller Art, Blind, Taub, krebskrank, psychische Erkrankungen, Long Covid und ME/CFS. Um nur einige zu nennen. (Ich hoffe ich habe alle richtig formuliert)

Disability Pride Flag

Die Disability Pride Flag hat folgende Bedeutung:

Das Schwarz im Hintergrund steht für die Trauer und Wut (wegen Gewalt und Missbrauch an Behinderten). Die Flagge wurde 2019 von Ann Magill kreiert.

  • Grün steht für Sinnesbehinderungen
  • Blau für psychische Erkrankungen
  • Weiß symbolisiert die unsichtbaren oder undiagnostizierten Behinderungen
  • Gelb steht für Neurodiversität
  • Rot ist die Farbe für Körperbehinderungen

Behinderungen brauchen Öffentlichkeit.

Sichtbarkeit. Repräsentanz in Medien. Es braucht mehr Verständnis und Rücksicht um Dinge inklusiver zu planen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Und solange “behindert” noch als Schimpfwort genutzt wird ist der Weg noch lang!

Beim Disablity Pride Month geht es darum die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit zu stärken, ähnlich wie im Juni mit dem Pride Month für die LGBTQ+ Community.
In Deutschland wird das aber leider bisher noch nicht so zelebriert wie der Juni und ich glaube wir haben noch viel zu tun.

Politische Forderungen

Denn neben der Sichtbarkeit von Behinderungen und damit dem Normalisieren von Menschen unterschiedlichster Art sollte es auch um politische Forderungen gehen:

  • Inklusion und Teilhabe
  • Nachteilsausgleiche
  • Barrierefreiheit in Deutschland

All das sind zwar tolle Schlagwörter, die aber bei weitem nicht so gelebt und umgesetzt werden wie es notwendig wäre.

Im Alltag? Eher Mangelware!

Wie viele Straßen sind denn wirklich barrierefrei? Zugänglich für Rollstühle (und übrigens auch besser für Kinderwägen) oder für Blinde? Ist es tatsachlich standard bei Veranstaltungen Gebärdensprachedolmetscher*innen zu haben? Und haben Menschen mit einer Behinderung, egal welcher Art, die gleichen Chancen am Arbeitsmarkt?

Nein zu Allem!

Dabei haben wir gerade auf Grund unserer Behinderungen richtig gute Skills in Organisation und sehr viel Resistenz. Mal von den beruflichen Qualifikationen, die wir genau wie Nicht-Behinderte mitbringen.

Stolz oder Kampfzeit?

Mich erinnert der Disability Pride Month ein bisschen an den Feministischen Kampftag am 08. März. Auch dieser Tag soll dazu dienen auf Missstände aufmerksam zu machen und politisch etwas zu verändern und so Lebensumstände zu verbessern.

Doch genau wie der Feministischen Kampftag auch braucht der Disability Pride Month mehr. Mehr Aufmerksamkeit, mehr Aktionen, mehr Allys.

Für viele Menschen sind solche Sachen unbequem, schwingt doch die Angst mit, dass sich etwas verändert und der eigene Komfort dadurch angegriffen wird.

Die eigene Bequemlichkeit

Denn natürlich ist es immer am Einfachsten, wenn alles bleibt wie es ist. Und bloß nichts von den eigenen Privilegien hergeben. Dabei vergessen die Meisten, dass es sie selbst auch ganz schnell treffen kann, sei es durch Unfall oder Krankheit (wie bei mir durch meine Krebserkrankung).
Ich wünsche mir eine Welt mit mehr Gerechtigkeit.

Deshalb möchte ich laut rufen:
It’s Disability Pride Month!

Und ich wünsche mir, dass ihr alle mitruft (und diesen Beitrag teilt, damit dieser Monat und damit Behinderungen allgemein auch im deutschsprachigen Raum sichtbarer werden!)

Kanntest du den Disability Pride Month oder hat dir dieser Beitrag vielleicht etwas weitergeholen? Dann freue ich mich über deine Unterstützung!

–> Danke sagen für meinen Content

Christine

Mehr:

Disability Pride Month Flagge mit Querstreifen in rot, gelb, weiß, blau und grün auf schwarzem Hintergrund

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Über mich

Hi, ich bin Christine! Ich bin pragmatisch, ehrlich und gerade raus. Ich sage das, was gesagt werden muss und nehme dabei kein Blatt vor den Mund. Ich befinde mich auf einer Reise zwischen metastasiertem Brustkrebs, undogmatischem Yoga und bodenständiger Spiritualität. Als zertifizierte Yogalehrerin, Yoga & Krebs Trainerin, Gesundheitserzieherin, Pädagogin, Human Therapy Professional und Heilpraktikerin i.A. bin ich gerne an deiner Seite und begleite dich auf deinem Weg. Meine wichtigsten Werte: Authentizität, Nachhaltigkeit, Freude Life is for Living!

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