Jahresrückblick 2015 – Teil 1

Puh, irgendwie ist es gar nicht so einfach dieses Jahr einen Jahresrückblick zu schreiben, aber ich will es trotzdem mal versuchen…

Januar

Das Jahr startete direkt am 02.01.2015 mit meiner ersten Chemotherapie. Ich war sehr aufgeregt, wusste ich doch nicht so wirklich was mich erwartet. Und so optimistisch ich vorher war noch weiter arbeiten zu können, so tief war mein Fall direkt nach der ersten. Schon auf dem nach Hause Weg war mir mega schlecht und ich lag die nächsten 10 Tage nur auf dem Sofa/Bett und war froh wenn ich mich nicht bewegen musste. Vomex wurde mein bester Freund. 😉

Ab da bestimmten medizinische Termine aller Art meinen Tages- und  Wochenablauf und so sollte es für die nächsten Monate bleiben. Jede Woche zum Blut abnehmen und Blutbild bestimmen, ich war fast wöchentlich bei meiner Schwägerin und Heilpraktikerin Alexandra Kunkel zur Energiebehandlung, zwischendrin noch bei meiner Heilpraktikerin Trixie und alle drei Wochen zur Chemotherapie, die Zweite war schon am 22.01.15. Außerdem hatte ich Termine im Perückenstudio Hairboutique in Aschaffenburg, zur Beratung und schließlich zum Perückenkauf. Die Haare fielen ca. 14 Tage nach der ersten Chemo aus und die liebe Wiebke kam zu mir um meine Haare abzuschneiden. Dafür werde ich dir ewig dankbar sein, dass du diesen schlimmen Moment mit mir geteilt hast.  Im Januar war außerdem noch mein Interview für die Zeitschrift Closer und die Reportage im Main-Echo begann.

Timo und ich machen Fotos und halten diese Zeit fest.

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Februar

Während der Behandlungen habe ich die ersten 10 Tage immer auf dem Sofa und zu Hause verbracht und die zweite Hälfte des drei Wochen Rhythmus habe ich versucht möglichst „normale“ Dinge zu tun, also Freunde besuchen, ich war so oft wie möglich in meiner wöchentlichen Bauchtanz Stunde im Upswing Studio Aschaffenburg, ich war auf Foto- oder Hochzeitsstammtischen und habe versucht zwischendrin kleinere freie Shootingprojekte umzusetzen. Leider war auch hier viel weniger möglich als ich ursprünglich gewollt und geplant hatte. Aber ich nutze die Zeit und probiere einige spezielle Stylings aus und setze auch die verschiedenen Perücken ein.

Das nette Team um Verena Ullrich von Main.TV war hier und hat mich interviewt und eine tolle Reportage zum Thema Brustkrebs gemacht. Es folgten noch zwei Besuche von mir in deren Talkstudio. Am 12.02. war die dritte Chemo, leider direkt der Donnerstag vor Fasching und so konnte ich mein heiß geliebtes Faschingsevent Yeah feat. The Oh Yeahs leider nicht besuchen, umso mehr freue ich mich auf 2016. Da ich durch die OP im Dezember 2014 einige Probleme mit meiner rechten Schulter hatte (und immer noch habe, auf Grund der Lymphknoten Entfernung im rechten Achselbereicht) hatte ab Februar auch regelmäßig Krankengymnastik Termine.

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März

Am 05. und 26.03.sind  Chemo Nr. 4 und 5 und nach der vierten stürze ich in der Nacht vom 10. auf 11.03. im Bad (danke Kreislaufzusammenbruch) und wir sitzen nachts um drei Uhr in der Notaufnahme. Mein Kinn muss genäht werden. Schön, dass keine Langeweile aufkommt.^^ Ich habe einen  Interview Termin mit Elisa für die Freizeit Spass, besuche eine Krebsselbsthilfegruppe in Aschaffenburg (war zwar ganz nett, aber nicht passend für mich) und ich freue mich sehr, dass ich mit meiner Familie am 25. frühstücken gehen kann. Das war ein schönes Geschenk für meinen Papa zum Geburtstag, einen Tag vor der fünften Chemo. 🙂

Außerdem hat Harald, inzwischen einer unserer engsten Freunde, diese wundervollen Fotos von mir gemacht. Ich danke dir sehr dafür!

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April

Mitte April ist die letzte Chemo, also Nummer sechs. Leider habe ich inzwischen ein Lymphödem bekommen und muss ab jetzt wieder zur Lymphdrainage und Krankengymnastik. Ende April ist ein Treffen in Frankfurt von einer Facebook Gruppe, in der lauter brustkrebserkrankte Frauen sind. Das war auch super schön so viele tolle Frauen in echt kennen zu lernen. Viele sind schon lange „geheilt“, einige haben aber auch Metastasen und die ein oder andere lebt inzwischen nicht mehr … es ist immer schön und schwer zugleich mit anderen Betroffenen zusammen zu sein. Auf der einen Seite kann man sich austauschen, hat Verständnis und kann alles total nachvollziehen – auf der anderen Seite gibt es auch immer welche denen es schlechter geht. Damit muss man erst mal umgehen lernen. Ich bin froh dass es euch gibt und grüße an dieser Stelle alle tollen Pinkie Mädels! :*

Ein ganz besonderer Dank geht auch an „meine“ Chemo Praxis, die mich während dieser schlimmen Zeit so toll betreut hat. Auch wenn die Behandlungen selbst natürlich schrecklich waren habe ich mich trotzdem dort sehr wohl gefühlt und bin auch nach Behandlungsende schon öfter dort zum Besuch gewesen. 🙂

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Am Tag vor der letzten Chemo hatten wir super Glück und konnten diese tollen Fotos machen:

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Mai

Nach meiner letzten Chemo und vor der finalen Tumor OP (der Tumor wurde ja durch die Chemo verkleinert und der Rest wurde raus operiert) machten wir noch einen Mini Kurzurlaub zum Erholen im Esplanade Resort in Bad Saarow. Das war auch einfach super schön und erholsam! Ich habe einen Kontrolltermin beim Kardiologen um zu überprüfen ob mein Herz die Chemotherapie unbeschadet überstanden hat. Hat es – tolles Herz! Einen Tag vor der OP bin ich noch auf einem Angelo Kelly Konzert und freue mich dies getan zu haben. Dabei ist dieses lustige Foto entstanden, vielen Dank Angelo!

Nach der OP bin ich für ein Shooting für DKMS life in Berlin und fühle mich sehr geehrt dabei sein zu dürfen. Es war ein toller Tag mit einem tollen Team! Außerdem ist im Mai auch die erste Besprechung in der Strahlenklinik, es wird ein Planungs CT gemacht und ich bekomme alle Termine. In mir reifte der Gedanke einen Online Shop zu gründen/betreiben und ich fange an mich mehr damit zu beschäftigen. So kann ich doch was tun, bin aber zu Hause, kann jederzeit damit aufhören und mir fällt die Decke nicht so auf den Kopf.

Meinen 33. Geburtstag am 18. Mai feiere ich krebsfrei, der pathologische Befund hat ergeben, dass alle Krebszellen entfernt wurden. Yeah, darauf trinken wir!

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Juni

Wir haben unseren ersten Hochzeitstag.  Es heißt ja immer so schön: In guten wie in schlechten Tagen. Wer hätte ahnen können, dass wir mit den Schlechten anfangen? Es beginnt meine Antihormontherapie mit Zoladex (jeden Monat eine Spritze) und Tamoxifen (taglich eine Tablette), paralell dazu beginnt meine Strahlentherapie, ich habe meinen ersten Termin beim Osteopathen und zum Verabschieden von meiner Glatze mache ich noch zwei besondere Shootings. Einmal mit Claudi, der Kreativagentin ein sehr sehr geiles Bodypainting Shooting und dann noch ein extrem Make-Up Shooting mit Shari. Ich habe eine erste Augenkontrolle wegen Tamoxifen (das kann die Sehleistung beeinträchtigen, weil Tamoxifen wohl toxisch auf die Netzhaut wirken kann) und lasse mir wegen dem Lymphödem einen Kompressionsstrumpf machen lassen. Es passieren auch noch andere schöne Sachen: wir treffen uns mit unserer Hochzeitsfotografin und buchen diese für unsere Feier in 2016, außerdem schauen wir uns diverse Locations für unsere Hochzeit an und auch das ein oder andere potenzielle Haus. Leider haben wir noch nicht das richtige [Haus] gefunden.

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Hui, irgendwie war das schon ganz schön viel im ersten halben Jahr. Ich freue mich über eure Kommentare und Meinungen dazu. HIER findet ihr den zweiten Teil. 🙂

 

Christine Raab

Aloha! Ich bin Christine, Mitte 30, grüner Lifestyle Blogger und Tausendsassa. 2014 hat eine Brustkrebs Diagnose mein Leben ganz schön durcheinander gerüttelt. Allerdings hat es mich auch dazu gebracht mein ganzes Leben nochmal zu überdenken. Heute ist meine große Vision dich zu inspirieren zu einem ganzheitlichen und nachhaltigen Leben voller Energie, Leichtigkeit und in Selbstliebe zu finden. Ich möchte die Welt verbessern - bist du dabei?

2 Kommentare
  • Nuts | Natalie

    15. Dezember 2015 at 11:45 Antworten

    Wow, das dein Jahr sehr turbulent war, war mir schon vor dem Lesen klar, aber das dann doch wieder so zu lesen schickt auch mich auf eine Achterbahnfahrt.
    Mich freut es sehr, dass das Jahr, obwohl es so furchtbar für dich anfing schon ein halbes Jahr später so toll wurde – und du deine positive Art nie verloren hast.
    Sehr tolle Bilder!
    Bin auf den zweiten Teil gespannt 🙂

    • Christine

      18. Dezember 2015 at 22:48 Antworten

      Ich danke dir du Liebe! Ja, es war wirklich ein ziemlich ereignisreiches Jahr und beim Revue passieren lassen erschien es mir auch wieder sehr sehr viel. Ein Glück, dass alles geschafft ist. Tschakka – auf ein tolles und gesundes 2016! 🙂

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