Pinktober – Kommerz, Pinkwashing oder echte Hilfe?

Am 1.10. starten wir mit dem internationalen Brustkrebstag alljährlich ins pinke Wonderland, den Pinktober. Ist das nur noch Kommerz oder wirklich echte Hilfe?

Diese Frage darf man sich ja schon mal stellen angesichts der immer wachsenden pinken Angebote, die natürlich alle nur der Brustkrebsforschung dienen sollen. Ist das wirklich so? Wie sagt man in Social Media Slang? Wir gehen rein (und bleiben drin)!

Pinktober – der Ursprung

Alles begann als sich 1985 die American Cancer Society (Ex-Betroffene) und die Pharma (Imperial Chemical Industries) zum ersten Mal verbündeten. Ziel dieser Allianz war es die Wichtigkeit von Mammographien bekannter zu machen. Wie es der Zufall so wollte war Betty Ford, die Frau des damaligen US-Präsidenten zu der Zeit selbst betroffen und somit das Vorzeigegesicht der Kampagne.

1991 wurde die rosa Schleife (ursprünglich tatsächlich pfirsichfarben) das Symbol der Brustkrebs Bewegung.

Beides ist inzwischen international bekannt und viel genutzt.

Der „Pinktober“ ist also der pinke Oktober, der Monat indem alle Themen rund um Brustkrebs (Aufklärung, Forschung, Prävention, besondere Aktionen, usw.) sehr präsent in den Medien sind. Meist hübsch pink garniert.

Der liebe Kommerz und das Pinkwashing

Aus großen Aktionen, mit dem Ziel Geld für die Brustkrebsforschung zu sammeln, wurde im Laufe der Zeit immer mehr Kommerz. Und heute wird im Oktober quasi alles irgendwie nett pink verpackt unter dem Deckmantel des Pinktober. So werden 20 Euro Lippenstifte damit beworben, dass immerhin 1 Euro an die Brustkrebsforschung gespendet wird und Jahr für Jahr werden wir Brustkrebs Aktivistinnen angeschrieben ob wir nicht unseren Teil dazu beitragen wollen über dieses wichtige Thema zu sprechen (und eben diese Lippenstifte & Co. zu bewerben).

Klingt das etwas zynisch? Darf es gerne. Denn was wir hier sehen ist schönstes „Pinkwashing“. Organisationen nutzen die Symbole wie die rosa Schleife, Grafiken von Brüsten oder einfach nur die sehr pinke Gestaltung ihrer Produkte um sich damit als besondere Förderer darzustellen, obwohl es in Wahrheit dann doch nur um den eigenen Profit geht.

Was wünsche ich mir?

Ich wünsche mir ganzjährig echtes Interesse an uns Patientinnen. Ich wünsche mir, dass ich für meine Expertise und meine Hilfe gut bezahlt werde. Denn nach wie vor wird von Patientinnen dann erwartet, dass sie ihre Dienste kostenlos (ehrenamtlich) zur Verfügung stellen. Weil: Es ist ja für eine gute Sache.

Natürlich ist es für eine gute Sache. Aber ich leiste im ganzen Jahr ehrenamtlich wohl mehr für die Aufklärung als die meisten Firmen zusammen, die dann im Oktober mal kurz ihre Produkte pink färben.

Ladet mich ein zu Interviews, Podiumsdiskussionen, Vorträgen, zu Infoveranstaltungen und mehr – und bezahlt mein Wissen, Können, meine Erfahrung und meine Zeit angemessen. Denn darüber sprechen wie schwierig das Leben mit und nach Krebs ist und dass es oft mit finanziellen Einschränkungen einher geht (tut es!) und dann aber auf der anderen Seite nichts zahlen wollen ist Doppelmoral. Dann geht es nämlich wohl doch nur um die Außenwirkung und gar nicht um die Sache an sich.

Da bin ich im Laufe der Jahre ziemlich bockig geworden muss ich sagen. Wer mich für kostenlose Arbeit anfragt bekommt grundsätzlich die Gegenfrage ob dann auch auf das Gehalt verzichtet wird – und dann höre ich meistens nichts mehr.

Was bleibt an echter Hilfe im Pinktober?

So böse das klingt – am Ende ist der 1 Euro vom Lippenstift natürlich besser als gar nichts. Und es wird natürlich mit sehr vielen Aktionen auch viel Geld gesammelt (und im besten Fall auch, wie versprochen, in die Forschung gesteckt).

Es ist auch total nachvollziehbar, dass Firmen und Organisationen mehr oder weniger bekannte „Krebsfluencer“ als Aushängeschild für sich nutzen möchten. Gleichzeitig möchte ich hier ganz stark appellieren sich diese Deals genau anzuschauen und sich nicht einfach unwissend vor den Karren spannen zu lassen.

Wir alle, die das ganze Jahr über (Brust-)Krebs reden und unsere eigenen Erfahrungen teilen haben auch eine sehr große Verantwortung der Community gegenüber. Das sollte bitte nicht vergessen werden.

Welche Möglichkeiten hast du?

Geld ist wichtig und spielt in jedem Leben eine große Rolle. Deshalb sind solche Aktionen auch sehr sinnvoll und gut. Aber achte unbedingt darauf wohin die Spenden gehen und wer dahinter steckt. Du musst nicht den Umweg über den Produktkauf gehen (Beispiel Lippenstift: 20 Euro kostet das Produkt, 1 Euro davon wird gespendet), sondern es ist viel sinnvoller direkt an die Organisation zu spenden.

  • Die deutsche Krebshilfe ist eine der allerersten Anlaufstellen
  • Auch das deutsche Krebsforschungszentrum ist eine gute Wahl
  • Ähnliche offizielle Organisationen gibt es auch in den anderen Ländern

Wir brauchen Forschung!

Ich hoffe immer, dass die Wissenschaft und Forschung mir jederzeit einen Schritt voraus ist. Denn so bleibt meine Chance auf Überleben bestehen. Meine aktuelle Therapie (Antikörper Doppelblockade) gab es bei meiner Erstdiagnose 2014 noch nicht in dieser Form.

Seit 1994 gab es so viele Neuentdeckungen und -entwicklungen:

  • BRCA-1-Gen
  • BRCA-2-Gen
  • Trastuzumab (Herceptin)
  • Pertuzumab (Perjeta)
  • Tamoxifen

Um nur einige der bekannten Dinge zu nennen. Es laufen ständig Studien um neue Therapien zu entwickeln und Krebs noch besser zu verstehen.

Warum der Pinktober trotzdem wichtig ist

Deshalb ist der Pinktober eine sehr wichtige Instanz. Krebs hält sich an kein Datum und es werden jedes Jahr alleine in Deutschland ca. 70.000 Brustkrebs Diagnosen gestellt. (Quelle: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Brustkrebs/brustkrebs_node.html)

Je eher eine Krebserkrankung entdeckt wird desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und die Heilungschancen. Dank der umfangreichen Aktionen im Oktober werden hoffentlich mehr Frauen motiviert ihre Vorsorgetermine wahrzunehmen. Doch solche Informationen sind nicht nur für potentiell oder wirklich Betroffene wichtig, sondern auch für alle Angehörigen, Freunde und Bekannte. Denn eine Krebserkrankung ist ein sehr heftiger Einschnitt in das eigene Leben und braucht nach wie vor noch mehr Verständnis in der Gesellschaft.

Und, wie gesagt, es wird eben auch jedes Jahr viel Geld für die Forschung gesammelt.

Extra Kapitel: Metastasierte Brustkrebs

Der metastasierte Brustkrebs, MBC = „metastatic breastcancer“ oder auch „Stage 4 Cancer“ im Englischen wird leider nach wie vor sehr nebensächlich behandelt. Dabei nimmt die Zahl der metastasierten Krebspatient*innen stetig zu. Immerhin werden bei ca. 25% aller Brustkrebspatientinnen irgendwann Metastasen diagnostiziert (Quelle: https://mammamia-online.de/brustkrebs/metastasierter-brustkrebs/ursachen-und-risikofaktoren/).
Das liegt nicht zuletzt an den immer besser werdenden Therapien und dadurch sterben wir nicht so schnell wie früher. Eigentlich also eine gute Sache!

Trotzdem gelten wir Metastasierten immer noch als die Schreckgespenster. Und ganz ehrlich? Ich kann es ja grundsätzlich verstehen. Gut finde ich es trotzdem nicht. Denn wir alle haben sicher schon mal die Erfahrung gemacht, dass Dinge eher größer und schrecklicher werden, wenn nicht darüber gesprochen wird.

Tag des metastasierten Brustkrebs

Der 13.10. ist der Tag des metastasierten Brustkrebs. Also nutze diesen Tag doch gerne um auf diese Besonderheit aufmerksam zu machen. Teile Informationen von Menschen, die mit metastasierten Brustkrebs leben (wie beispielsweise meinen Blog oder Instagram Kanal oder natürlich sehr gerne auch meinen Yoga Onlinekurs).

Speziell die Forschung für metastasierten Brustkrebs braucht noch viel mehr Unterstützung, weshalb online oft der Slogan gilt: Stage 4 needs more (Deutsch: Stage 4 = der fortgeschrittene, metastasierte Brustkrebs braucht mehr).

Persönliche Unterstützung

Eine Möglichkeit dir selbst etwas Gutes zu tun und gleichzeitig eine Unterstützung zu geben für einen Menschen mit einer metastasierten Brustkrebserkrankung ist der Kauf meines Yoga Onlinekurses.

Dieses Geld geht direkt an mich und hilft mir sehr weiter. Denn durch meine unheilbare Erkrankung kann ich nicht mehr arbeiten wie vorher.

Was hast du von dem Kurs?

Hier bekommst du die perfekte Kombi aus Yoga- und Krebswissen. Ich bin Yogalehrerin (mehrere Jahre Ausbildung, aktuell in der Yogatherapie Weiterbildung und habe selbst ausgebildet) und ich bin seit 2014 Krebspatientin und lebe seit 2022 mit Metastasen in der Lunge, im Rippenfell und den Knochen (Sternum, verschiedene Brust- und Lendenwirbelkörper).

Neben den bekannten Körperübungen gibt es im Kurs auch Atemübungen, Entspannung und Meditation. Du hast Einheiten von 10 – 60 Minuten und kannst so immer das tun, was du gerade brauchst. Jederzeit und überall.

Zusätzlich gibt es Module für Nebenwirkungsmanagement, den Einsatz von verschiedenen Hilfsmaterialien, Entstauungsgymnastik bei Lymphödem als Bonus, sowie Tipps für die nächste Untersuchung und meinen Fahrplan durch die Therapie. Und noch vieles mehr!

Der Kurs ist sehr günstig und in Raten zahlbar, weil ich möchte, dass JEDE ihn nutzen kann!

Take Aways


Zusammengefasst nochmal die wichtigsten Infos:

  • Ursprung von Pinktober und rosa Schleife in 1985 und 1991
  • Im Laufe der Zeit immer mehr kommerzialisiert
  • Geld für die Forschung sammeln leider oft nicht im Fokus („Pinkwashing“)
  • Du kannst direkt spenden an gute Organisationen
  • Metastasierte Brustkrebs braucht noch mehr Forschung und Aufmerksamkeit
  • Unterstütze dich und mich mit dem Kauf meines Yoga Onlinekurs

Ich hoffe sehr, dass dir dieser Blogpost gut weitergeholfen hat, du einiges dazugelernt hast und neue Erkenntnisse gewinnen konntest.

Ich freue mich sehr, wenn wir uns bei der nächsten Co-Yoga-Session LIVE in meinem Yoga Onlinekurs sehen oder auch auf Instagram.

Christine

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Du möchtest DANKE SAGEN für meine kostenlosen Inhalte (wie diesen Blogpost)? Das geht ganz einfach mit der KAFFEKASSE. 🙂 Danke dir dafür!

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Über mich

Hi, ich bin Christine! Ich bin pragmatisch, ehrlich und gerade raus. Ich sage das, was gesagt werden muss und nehme dabei kein Blatt vor den Mund. Ich befinde mich auf einer Reise zwischen metastasiertem Brustkrebs, undogmatischem Yoga und bodenständiger Spiritualität. Als zertifizierte Yogalehrerin, Yoga & Krebs Trainerin, Gesundheitserzieherin, Pädagogin, Human Therapy Professional und Heilpraktikerin i.A. bin ich gerne an deiner Seite und begleite dich auf deinem Weg. Meine wichtigsten Werte: Authentizität, Nachhaltigkeit, Freude Life is for Living!

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