#pinktober – Boobies-Time

Zugegeben: Die Überschrift klingt etwas seltsam. Allerdings ist der Oktober weltweit dem Brustkrebs gewidmet und möchte darauf aufmerksam machen (#saveyourboobies). Unter den Suchbegriffen oder Hashtags #pinktober oder #breastcancerawareness findest du viele Beiträge, Aktionen und Informationen rund um Brustkrebs. Für alle: Boobies = Brüste ^^

Natürlich richtet sich keine Krebs Erkrankung nach irgendwelchen Daten im Jahr, trotzdem finde ich es sehr gut so gezielt und umfassend darauf aufmerksam zu machen. Denn jährlich erkranken nach wie vor ca. 70.000 an Brustkrebs. Im Schnitt ist das jede 8. Frau! Frühzeitig erkannt ist er allerdings zu 85% heilbar.

 

Die beste Vorsorge ist immer noch das Selbst Abtasten!

 

Die beste Vorsorge ist nach wie vor das regelmäßige selbst abtasten, am besten machst du das 1x/Monat. Nur wenn du deine Brüste (und Achselhöhlen) gut kennst wirst du Veränderungen direkt feststellen. Dann ist trotzdem kein Grund für Panik angesagt, denn 80% der Knoten sind KEIN Krebs. Im Umkehrschluss ist es natürlich in 20% aller Fälle bösartig. Das kann jedoch nur vom Arzt festgestellt werden (nach umfassender Untersuchung).

Und auch dann heißt es: ruhig bleiben. Wir haben das unfassbare Glück in einem Teil dieser Welt zu leben wo Brustkrebs sehr gut erforscht und gut behandelt werden kann. Ich bin so dankbar dafür! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die Behandlung ist nicht schön (in keinster Weise!), aber schaffbar!

 

fuck cancer, christine raab, brustkrebs, breastcancer awareness, pinktoberMeine Brustkrebs Geschichte

Es war am 1.11.2014 als Timo und ich in meiner rechten Brust einen Knubbel entdeckten. Ich war nicht panisch, sondern bin fest davon ausgegangen, dass es sich um eine Zyste oder ähnliches handelt. Die nächsten zwei Wochen waren dann geprägt von einem ersten Besuch bei meiner Gynäkologin (zum Abtasten und Ultraschall), Mammographie und schließlich noch Stanzbiopsie im Krankenhaus bevor ich am 19.11. dann die Diagnose Brustkrebs bekam.

Was dann folgte war eine wahre Achterbahn. Ich habe damals in einer spontanen Handlung meine Erkrankung öffentlich gemacht (YouTube Video) um einfach alle Menschen, die ich kenne, direkt und gleichzeitig zu informieren. Es folgte eine Nachrichtenflut auf allen Kanälen.

 

Neben der Krankheit und der anstehenden Behandlung selbst wurde mir noch eine Beratung in einer Kinderwunschklinik angeraten. Nach einigem Abwägen haben wir uns für eine Hormonbehandlung mit anschließender Eizellenentnahme entschieden. Im Dezember wurden mir in einer Operation neun Lymphknoten im rechten Achselbereich entfernt und ein Katheterport am linken Schlüsselbein eingesetzt (für die Chemotherapie). Außerdem wurden im Dezember auch die Eizellen entnommen.

Ich war zu der Zeit ja bereits seit 2 Jahren selbstständig tätig und musste meine Kinderschwimmkurse abgeben, bzw. habe dafür einen Schwimmlehrer eingestellt (Tausend Dank nochmal an Patrick für deine umfassende Hilfe!). Auch meine Make-Up und Massagetermine wurden erstmal auf Eis gelegt.

Direkt am 02.01.2015 bekam ich die erste Chemotherapie. Es ging mir richtig schlecht. Fast zwei Wochen lang lag ich nur auf dem Sofa und konnte mich kaum rühren. Doch es wurde besser. Mit jeder Chemo konnte ich mich mehr damit arrangieren anschließend eine Sofa-Woche einzulegen, nicht zu arbeiten und mich einfach nur auf mich und meine Genesung konzentrieren.

Ich habe diese Zeit in vielen Videos dokumentiert, die ihr HIER sehen könnt: »Meine Brustkrebs Video Dokumentation

 

 

Außerdem habe ich viele viele Fotos gemacht. Angefangen beim ersten Shooting direkt mit den frisch kurz geschnittenen Haaren über das tolle Shooting mit einem meiner besten Freunde Harald und dem krassen Bodypainting Projekt mit Claudi.

 

Und danach?

Meine komplette Behandlung (Chemotherapie, OP, Bestrahlung) war Ende Juli 2015 zu Ende. Naja, fast die komplette Behandlung. Ich muss/darf/soll noch für insgesamt 10 Jahre eine sogenannte Antihormontherapie machen. Das heißt: Mein Körper ist künstlich in die Wechseljahre versetzt. Die Bildung einiger Hormone wird komplett unterdrückt, da mein Tumor auf diese Hormone reagiert hat. Ich bezeichne mich selbst wieder als gesund, auch wenn ich medizinisch erst in 5 Jahren als geheilt gelte. Wir werden wahrscheinlich nächstes Jahr die Therapie pausieren um ein Kind zu bekommen – wenn das denn funktioniert. Das weiß man alles nicht ganz genau. Ich bin aber optimistisch! 🙂

Ich habe vieles geändert und in einer gewissen Weise bin ich dem Krebs dankbar mir diese Dinge klargemacht zu  haben. Auch wenn ich natürlich lieber auf diese Erfahrung verzichtet hätte. Ich habe komplett auf Naturkosmetik umgestellt (privat und beruflich) und mich wieder mehr den Gesundheitsthemen gewidmet. 2016 habe ich eine Ausbildung zum Yogalehrer begonnen und fühle mich da sehr zu Hause. Im Alltag versuche ich mehr auf mich und meine Bedürfnisse zu achten, alles unter der Erkenntnis „Ich muss gar nix!“.

 

Das Schwierigste ist den Spagat zu finden zwischen der Achtsamkeit und dem Alltag.

 

Natürlich würde ich gerne weniger arbeiten (obwohl ich meine Arbeit sehr liebe!) und mir insgesamt mehr und öfter Zeit für mich nehmen. Ich muss das auch, denn ich bin nicht mehr so belastbar  wie vorher. Überhaupt teilt sich die eigene Zeitrechnung in „Davor“ und „Danach“ ein. In der Umgebung fehlt manchmal das Verständnis für die eigene Befindlichkeit, was gar nicht böse gemeint ist. Aber es geht halt vieles nicht mehr wie vorher. Ich bin schneller schlapp, beispielweise im Sport, oder bin manchmal etwas emotionaler. Ich möchte mein Leben permanent voll und richtig leben und keine Minute vergeuden. Gleichzeitig gehe ich davon aus uralt zu werden und da kann ich nun mal nicht einfach nur in den Tag hinein leben. Wir möchten ein Haus bauen, ein Kind bekommen, eine Familie haben. Da kann ich mein Geld nicht einfach für die Weltreise rausschleudern. Und gleichzeitig fehlt manchmal die Unbeschwertheit.

Die Erinnerung an die eigene Endlichkeit (zumindestens im körperlichen Sinne) dreht die Prioritäen und lässt einen alles anders betrachten. Ein Glück für jeden, dem das Verständnis dafür fehlt, denn das heißt, dass man noch nie solche Erfahrungen machen musste.

Timo und ich haben 2016 unsere Hochzeit in Form einer freien Trauung gefeiert und ein Stück weit haben wir an diesem Tag mit unserer Familie und den Freunden auch das Leben gefeiert. Vielen Dank nochmal an die weltbeste Traurednerin Simone, die das so schön in Worte packen konnte.

 

Mein Krebsjahr in Bildern könnt ihr hier sehen:

 

Ich versuche immer das Beste aus allem zu machen, möchte mein Leben leben in Glück und Fülle! Ich wünsche DIR, dass auch dir das gelingt – egal ob du diese oder eine andere schwere Erfahrung machen musstest oder nicht.

Aloha, Namasté und alles Liebe wünscht dir
deine Christine

Christine Raab

Hallo, ich bin Christine, Mitte 30 und Body-Soul-Mind Coach. Ich möchte dich unterstützen auf deinem Weg durch die Krise zur Powerfrau. Hin zu mehr "Du", hin zu einem Leben voller Selbstliebe. Das Leben ist viel zu schade zum unglücklich sein. Du kannst alles sein was du bist.

Ich freue mich auf Kommentare!

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