Von eigenen Grenzen, Ashtanga und der Seele – Interview mit Katharina Thürer von Soulful Empowerment

Heute möchte ich gern ein Interview mit der lieben Katharina Thürer von Soulful Empowerment mit dir teilen. Wir sprechen über ihren eigenen Podcast und darüber, wie sie ihre eigenen Grenzen erkannt hat, was sie dadurch geändert hat und was das Ganze mit Ashtanga zu tun hat.

 

Wer bist du? Was machst du alles? Was steckt hinter Soulful Empowerment?

 

Vielen Dank, dass ich heute als Interview-Gast da sein darf. Ich habe mich sehr über deine Einladung gefreut und bin gespannt, worüber wir heute alles schnacken werden. Ja, wer bin ich? Katharina Thürer, ich bin selbstständig und mir fällt es echt schwer, in einen Satz zu bringen, was ich mache, für was ich stehe. Ich glaube, dass zeichnet mich auch wirklich aus, dass ich einfach viele verschiedene Herzensprojekte und viele Standbeine habe in meiner Selbstständigkeit. Ich bin zum einen Coach, ich bin Yogalehrerin. Ich unterrichte aber auch Online-Marketing an einer Akademie.

 

Ich habe ganz klassisch BWL gelernt, war dann lange in der Werbewelt unterwegs und bin jetzt als Freelancer immer noch im Marketing beratend tätig. Aber was so im Kern steht – und dafür steht eben auch Soulful Empowerment – ist, das alles was ich tue, was ich in die Welt trage, von meiner Seele motiviert ist. Also dass es von Herzen kommt, dass mir das Freude macht. Und damit meine ich nicht, dass es mir Spaß macht. Es gibt natürlich auch Aufgaben – Buchhaltung oder Steuern – die mir nicht so viel Freude bereiten. Aber die sind ja ein Teil davon. Aber die grundsätzlichen Dinge, die ich eben mache, kommen ganz tief aus mir heraus.

 

Ich möchte Menschen, vor allem Frauen, dazu ermutigen, ihren Weg voller Mut, voller Vertrauen und vor allem voller Leichtigkeit zu gehen. Bei mir geht es viel darum, wie du schon fokussiert und produktiv deine Herzensprojekt umsetzen kannst, aber gleichzeitig natürlich auch genügend Ruhepausen machst, dir genügend Zeit für dich erlaubst, dir für deine Seele nimmst. Das du auch Regenerationsphasen hast und deine Erfolge voller Leichtigkeit und Gesundheit erreichst. Das ist so im Kern zusammengefasst, für was ich stehe und was ich mache.

 

Du warst nicht immer selbstständig. Du hast gesagt, du hast ganz klassisch BWL gelernt und dann wahrscheinlich als Angestellte gearbeitet?

 

Genau. Ich habe BWL in Berlin studiert und bin dann nach Holland gegangen, habe da meinen Master gemacht und International Business mit Schwerpunkt Strategie und Marketing. Bin dann wieder zurück nach Berlin, hatte also immer meine Base in Berlin und habe dann aber angefangen in Hamburg zu arbeiten. Ich bin immer gependelt zwischen Berlin und Hamburg, habe da in Werbeagenturen und auch für coole Kunden gearbeitet. Mercedes und DM. Ich habe unfassbar viel gelernt.

 

Aber das war schon auch eine Zeit, in der ich regelmäßig über meine eigenen Grenzen und meine eigenen Bedürfnisse hinweggegangen bin. Und das hat mich natürlich sehr geprägt, weil ich irgendwann an einen Punkt gekommen bin, an dem ich gesagt habe „Nee, stopp! Halt! Jetzt reicht es, so geht es nicht mehr weiter. Ich muss meine eigenen Bedürfnisse einfach an erste Stelle setzen, sonst werde ich krank. Sonst funktioniere ich so nicht mehr weiter.“. Das war in der Festanstellung, 40 Stunden, natürlich mit viel Überstunden verbunden. Und dann bin ich da ausgebrochen. Dann habe ich wirklich einmal alles hinter mir gelassen, habe mich von meinem Partner getrennt, habe den Job gekündigt, habe die Wohnung aufgelöst und dann alles auf dem Flohmarkt verkauft und bin dann nach Asien gegangen, wo ich quasi das Gegenteil gemacht habe. Ich habe nämlich einfach nur entschleunigt.

 

Wenn du sagst, du hast deine Grenzen immer überschritten – wie hast du das für dich überhaupt gemerkt, dass das zu viel ist? Oder wie bist du an diesen Punkt gekommen zu sagen „Hier geht es nicht mehr weiter.“?

 

Ich habe es natürlich körperlich gemerkt. Ich hatte Haarausfall. Ich erinnere mich immer noch an so Situationen, in denen ich meine Haare über der Badewanne gewaschen habe und dann habe ich die Haare aus dem Abfluss herausgenommen und hatte dann wirklich zum Teil einen riesen Büschel voller Haare. Und ich dachte „Krass, Hilfe! Meine Haare fallen aus.“. Das ist ja gerade für Frauen kein leichtes Thema. Ich habe dann auch meine Tage nicht mehr bekommen und da habe ich gemerkt, dass ich anscheinend gerade so gestresst bin. Das war nicht nur der Arbeitsstress, da waren auch viele emotionale familiäre Sachen, die das beeinflusst haben. Da kam einfach vieles zusammen in der Zeit. Aber ich habe es wirklich körperlich gemerkt.

Und dann natürlich auch dadurch, dass ich mich innerlich extrem leer gefühlt habe. Ich war viel müde. Ich habe immer gesagt, ich habe das Gefühl, ich funktioniere und das soll jetzt das Leben sein? Das ist jetzt der Sinn des Lebens, das ich hier immer im Büro hocke und am Wochenende auf dem Sofa „rum-komare“ und meinen Akku wieder auflade und mich eigentlich aber tief im Inneren leer und traurig fühle? Das war der Zeitpunkt, an dem ich dann gesagt habe „Nein, das ist nicht Sinn des Lebens. So kann es nicht weitergehen.“.

 

Ist es dann schon ein großer Schritt zu sagen „Ich trenne mich von dem Freund, ich lasse meinen Job hinter mir, ich kündige die Wohnung, ich geh nach Asien.“? Hattest du vorher schon ein Faible für Asien? Warst du vorher schon öfter mal dort?

 

Ich war vorher schon viel reisen. Zwischen Bachelor und Master zum Beispiel war ich ein Jahr reisen in Australien, Neuseeland und auch in Asien. Da wusste ich einfach, reisen generell gibt mir ganz viel und ich mag es einfach extrem gerne, weil es mich wirklich entschleunigt. Reisen hilft mir immer wieder, mich so geradezurücken in meiner Perspektive. Da leben die Menschen einfach ganz anders und sehen Dinge auch ganz anders und irgendwie erdet mich das jedes Mal extrem.

 

Der Auslöser damals war, dass ich gesagt habe „Ich möchte mehr über Yoga lernen. Ich bin nach Indien gegangen, um eine Yogalehrer Ausbildung zu machen. Aber ich habe immer gesagt, ich will kein Yogalehrer werden. Ich mache das nur für mich. Ich will nur die Philosophie besser kennenlernen.

 

Das heißt, du warst vorher schon (regelmäßig) im Yoga-Kurs?

 

Naja regelmäßig – vielleicht einmal in der Woche oder so. Ab und zu habe ich mal ein Yoga-Retreat gemacht. Aber ich habe einfach immer gemerkt „Da ist irgendwas, was ich beim Yoga super faszinierend finde.“. Wie hängt das mit den Organen und den Gefühlen zusammen? Warum löst jetzt diese Pose diese Gefühle aus? Wie kann das sein? Was passiert da? Ich wollte einfach tiefer eintauchen. Wenn du Italienisch lernen willst, dann gehst du nach Italien. Und für mich war klar, ich will Yoga lernen und ich will da mehr darüber erfahren, also gehe ich nach Indien. Und es war immer geplant, dass ich das zwei drei Monate mache. Und dann ist es doch ein bisschen länger geworden.

Insgesamt waren es dann fast zwei Jahre mit Unterbrechung. Ich war im Sommer dann auch mal wieder für zwei Monate in Deutschland, habe da dann wieder als Freelancer gearbeitet. Zu Weihnachten war ich natürlich in Deutschland. Teil der Yogalehrer-Ausbildung war dann auch zu unterrichten. Und da habe ich erst mal gemerkt, wie viel Freude mir das macht. Wie toll das ist, am Ende der Stunde in die grinsenden Gesichter zu gucken und wie präsent ich dann auch war in dem Moment, als ich unterrichtet habe. Wie sehr mich das ins Hier und Jetzt holt. Ich habe dann gemerkt, ich fühle mich da noch nicht bereit, jetzt schon eine Yoga-Lehrerin zu sein, aber ich kann mir das durchaus vorstellen. So hat sich das dann weiterentwickelt. Und mittlerweile unterrichte ich auch wirklich regelmäßig und bin Yoga-Lehrerin aus voller Überzeugung.

 

Das heißt, du bist dann heimgekommen und hast erst nochmal in Anstellung gearbeitet? Oder hast du dann gesagt „Nein, jetzt kann ich nicht mehr zurück. Ich mache mich jetzt direkt selbstständig.“?

 

Ich war ja dann fast zwei Jahre in Asien und immer, wenn mein Konto leer war, bin ich zurück nach Deutschland gekommen. Und dann hat sich hier immer was ergeben, dass ich wieder Geld verdient habe. Im ersten Sommer bin ich nach Deutschland und dann hat mich mein alter Chef aus Hamburg angerufen und meinte „Ich habe gesehen, dass du wieder in Deutschland bist. Hast du Lust für uns für ein Projekt zu arbeiten? Ich buche dich zwei Wochen.“. Und dann wusste ich, in diesen zwei Wochen werde ich so viel verdienen, dass ich wieder entspannt nach Asien gehen kann. So war es in den zwei Jahren.

Und dann war es aber schon so, dass ich eine Base vermisst habe. Ich habe ja wirklich nur aus meinem Rucksack gelebt. Ich hatte keine Wohnung mehr. Bei meinen Eltern standen noch vier Kisten mit ein paar Klamotten und Büchern. Ich habe dann nach diesen zwei Jahren gemerkt, dass ich schon meinen Hafen irgendwie brauche, meine Wurzeln. Etwas, wo ich weiß, da kann ich jederzeit ankommen, das gehört nur mir. Und natürlich hätte ich auch immer zu meinen Eltern nach Hause gehen können, aber mit 30 immer wieder zu den Eltern zurückzugehen, ist vielleicht dann auch nicht so cool. Und da war dann das Bedürfnis ganz doll da, endlich wieder eine Wohnung, endlich einen richtigen Schrank, wo meine Klamotten auch drinhängen und nicht nur im Rucksack stecken.

 

Zwischendurch gab es mal einen faulen Kompromiss

 

Da bin ich auch mal ein bisschen rückfällig geworden und habe so einen faulen Kompromiss gemacht. Ich habe dann wieder einen Job in einer Agentur gesucht, aber Teilzeit – was im Agenturwesen eigentlich fast unmöglich ist – und habe es halt geschafft so einen Job zu finden und dachte „Cool, jetzt hab ich’s.“. Ich habe Teilzeit einen Job, der mich finanziell abdeckt und mich versorgt und die restliche Zeit arbeite ich an meinen Herzensprojekten.

Aber ich habe dann relativ schnell festgestellt, dass es doch eine Illusion war, weil ich einfach gemerkt habe, dass dieser Job nichts ist, was ich wirklich von Herzen machen möchte. Das ist nichts, was von meiner Seele kommt, sondern das mache ich verstandsgetrieben, Sicherheitsgedanke „Jetzt habe ich einen wichtigen Job, jetzt kann ich ja auch mal wieder beruhigt schlafen, weil ich wieder ein richtiges Leben habe und eine Wohnung.“. Ich habe gemerkt, dass mich das viel Energie kostet und habe gesagt, jetzt entweder ganz oder gar nicht. Und dann habe ich mich selbstständig gemacht.

 

Es geht immer weiter.

 

Ich war ja in den zwei Jahren in Asien auch schon selbstständig als Kleinunternehmer. Aber ich habe trotzdem immer schon oft Jobs als Freelancer auf Projektbasis gemacht und habe immer gemerkt, das stresst mich extrem, zu wissen, dass ich einfach schon von der Krankenkasse so hohe Kosten zum Teil habe, nicht zu wissen wie es im nächsten Monat weitergeht. Deswegen habe ich, glaube ich, auch diesen Rückschritt, wieder in die Festanstellung zu gehen, nochmal gemacht. Um wirklich nochmal zu merken „Nee, das will ich einfach nicht.“. Ich will selbstbestimmt arbeiten. Ich will frei arbeiten. Ich vertraue darauf, dass ich immer irgendwie Geld finden werde.

Was ich aber natürlich brauche, ist mein Sicherheitspuffer. Ich habe Geld angespart. Ich weiß einfach, diese Grenze, die unterschreite ich nicht. Das ist mein finanzieller Puffer, da weiß ich, ich kann sechs Monate locker erst mal ohne Aufträge leben. Das gibt mir so mein Frieden, dass ich gut schlafen kann. Aber ich kann es voll unterschreiben, dass man als Selbstständige ja nie richtig weiß, wie es den nächsten Monat weitergeht. Aber die Erfahrung aus den letzten Jahren hat mir einfach gezeigt, es wird immer weitergehen. Uns sind so verrückte Sachen passiert. Irgendein Anruf kam, irgendeine Tür hat sich geöffnet und ich hatte vor einer Woche überhaupt nicht damit gerechnet. Und jetzt zack, verdiene ich hier gut Geld damit. Einfach vertrauen und weiter gehen.

 

Und jetzt bist du auch als Yogalehrerin tätig? Du unterrichtest und ich weiß, dass du auf jeden Fall Ashtanga praktizierst. Unterrichtest du auch Ashtanga?

 

Ja genau. Ich habe meine Yogalehrer-Ausbildung in Ashtanga-Yoga gemacht. Damals in meiner Naivität wusste ich auch noch nicht so genau was Ashtanga ist. Eine Freundin hatte mir diese Ausbildung empfohlen und sie meinte, Ashtanga ist schon sehr anspruchsvoll, sehr anstrengend für den Körper. Musst du wissen, wenn du dich drauf einlässt. Damals wusste ich halt nicht so richtig was Ashtanga ist. Aber ich bin halt echt ein riesen Ashtanga-Fan, weil mich das auch sehr erdet. Ich unterrichte das und ich praktiziere das selbst fast täglich.

 

Kannst du kurz erklären, was das genau ist?

 

Ashtanga ist ein sehr spezielles Yoga. Das ist kein Yoga, was dich entspannt, wo du hinterher voller Leichtigkeit raus schwebst. So wie bei Yin-Yoga oder bei anderen Vinyasa-Kursen, die dich eher runterholen. Ashtanga ist energetisch gesprochen aus der Richtung Yang. Yin-Yoga ist sehr sanftes Yoga, Yang-Yoga ist voller Energie, voller Hitze. Die Sonne, das Feuer wird in dir kreiert. Wir schwitzen ganz viel im Ashtanga, ausgelöst durch die Atmung, durch die kraftvollen Bewegungen. Was Ashtanga so besonders macht und dadurch auch nicht nur körperlich so anstrengend, sondern vor allem mental so anstrengend.

 

Du machst immer die gleiche Sequenz. Gerade am Anfang, wenn du noch nicht so fortgeschritten bist, machst du nur die erste Serie im Ashtanga. Immer wieder die gleichen Posen in der gleichen Reihenfolge. In allen anderen Yoga-Richtungen variiert das, da ist das kreativer, intuitiver. Das ist auch jedes Mal was anderes, was dich erwartet, wenn du in die Stunde gehst. Und beim Ashtanga ist das eben nicht so.

 

Dadurch wird ganz doll das Ego getriggert.

 

Weil dann natürlich schnell auch Gedanken hochkommen wie „Das ist langweilig. Warum machen wir das jetzt schon wieder? Jetzt muss ich wieder auf die Matte gehen.“. Oder, weil es eben auch körperlich so herausfordernd ist, weil man einfach auch krasse Verrenkungen, krasse Sprünge und krasse Posen macht, dass man natürlich auch konfrontiert wird mit den Vergleichen. Also entweder denkt man „Warum kann die das und warum kann ich das nicht?“ oder „Ich werde das nie können.“. Und sich dann so schlecht macht. Aber andersherum kann es genauso sein. Das man denkt „Guck mal, ich kann das schon und der noch nicht.“. Da wird einfach das Ego auf so vielen Ebenen getriggert. Und das ist für mich das Besondere am Ashtanga-Yoga. Immer die gleiche Sequenz, sehr kraftvoll in den Posen, die Atmung ist sehr wichtig. Wir schwitzen viel. Und dadurch ist es eben auch mental anstrengend.

 

Ganz früher gab es sechs Serien, die unterrichtet oder praktiziert wurden. Das heißt, Montag hast du die erste Serie gemacht, Dienstag die zweite und so weiter. Und du hast sechs Tage die Woche immer morgens direkt nach dem Aufstehen geübt. Mittlerweile wird es, glaube ich, in der westlichen Welt nur noch bis zur dritten Serie praktiziert. Und du gehst eben erst weiter, wenn du dich mit der ersten Serie wirklich auch in der Anspannung entspannen kannst und du körperlich so stark bist, dass du in die zweite Serie gehst.

 

In der ersten Serie geht es wirklich um körperliche Heilung, körperliche Blockaden lösen, ganz viele Vorwärtsbeugen. In der zweiten Serie geht es um die Reinigung des Nervensystems. Da machst du ganz viele Rückbeugen, ganz viele Herz öffnende Posen. Da kommen ganz viele Emotionen hoch, ganz viele Ängste und Glaubenssätze. Und das macht es auch in meinen Augen so besonders und so toll.

 

Macht man im Einsteigerkurs wirklich diese komplette Serie in einem Rutsch durch?

 

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man Ashtanga unterrichtet. Das eine ist Mysore Style. Da hast du einen bestimmten Zeitrahmen, wo du in das Studio kommen darfst und fängst in deinem Atem-Rhythmus an. Das heißt, in dem Raum sind 20 Leute, aber jeder ist gerade an einer anderen Stelle und übt für sich die Sequenz. Und dann geht der Lehrer eben rum und hilft individuell an den Stellen, an denen man nicht weiterkommt.

 

Mysore und geführte Klassen

 

Und die zweite Möglichkeit, wie man Ashtanga unterrichtet, ist durch eine geführte Klasse. Da gibt es verschiedene Level. Wenn du ein Einsteiger bist, dann kannst du entweder bei Mysore einsteigen und dann fängst du am Anfang erst mal nur mit den Sonnengrüßen an. Die ersten Male, die du kommst, machst du dann erstmal eine halbe Stunde oder eine Stunde lang nur Sonnengrüße, um erst mal da richtig fit zu werden und die Basics zu verstehen. Und dann lernst du wirklich Pose für Pose die Sequenz. Der Lehrer entscheidet eben, wie viele Posen er jetzt beibringt. Je nach den körperlichen Blockaden oder Hindernissen. Ich sage immer, das ist so wie ein Computerspiel: ein Level erreicht kommt die nächste Pose, du lernst das nächste Level. Das macht Ashtanga für mich so spannend, weil ich immer das Gefühl habe, es passiert etwas, verändert sich etwas. Irgendwie werde ich stärker, flexibler, dehnbarer. Aber es hört halt nie auf.

 

Und wenn du in eine geführte Klasse gehst, dann gibt es Einsteigerkurse, die ich zum Beispiel unterrichte. Dann machen wir meistens nur bis zu der Hälfte der Sitzposen. Es gibt die Sonnengrüße, die Standposen und dann die Sitzposen. Da macht man bis zur Hälfte und dann fehlen bestimmt noch mal 15 oder 20 Posen bis zum Schluss. Da hört man einfach in der Mitte auf, weil das viel zu viel für Anfänger ist.

 

Was ich auch immer unterrichte und das ist für mich auch das Kraftvolle beim Yoga, ist, das du vertraust, dass dein Körper jetzt genauso richtig ist, wie er ist. Und dass du lernst, das anzunehmen, aber darauf vertraust, dass es sich verändern wird, dass du irgendwann mal weiter in die Pose kommst. Das sage ich zum Beispiel immer dazu: als ich angefangen habe mit meiner Yogalehrer Ausbildung, bin ich mit den Händen nicht zum Boden gekommen. Lotussitz tat total weh in meinen Knien. Und mittlerweile habe ich da keine Probleme mehr mit. Mit der Zeit merkst du körperlich Veränderungen.

 

Ich würde immer empfehlen, gerade auch bei Ashtanga, im Studio anzufangen. Der Lehrer geht sehr nah an die Schüler ran, hilft den Schülern besser in die Posen zu kommen. Dadurch lernt dein Körper. Indem du die Berührung vom Lehrer spürst, lernt dein Körper auch genau, welche Muskeln er anspannen muss oder wie er sich bewegen muss. Und deswegen finde ich es gerade am Anfang schwierig, dass bei YouTube zu machen.

 

Wie stelle ich mir deinen Tag vor? Du bist komplett selbstständig und freiberuflich. Du hast dann deine regelmäßigen Yoga-Stunden, die du unterrichtest. Bist du morgens immer im Studio, weil du unterrichtest oder bist du dann als Schüler dort?

 

Ich bin wirklich jeden Tag im Studio. Aber früh bin ich da, weil ich selbst dann Schüler bin und praktiziere. Ich schließe dann auf und bereite Dinge vor, bin da schon auch Yogalehrerin. Aber ich bleibe dann da als Schülerin und mache eben Mysor in meinem eigenen Rhythmus weiter und habe dann halt meine Lehrerin, die mich weiterbringt. Und ich unterrichte. Ich habe zwei feste Kurse, manchmal mache ich noch einen dritten Kurs.

 

Aber, auf deine Frage, wie mein Tag eigentlich aussieht: Der sieht immer anders aus und meine Freunde sind auch immer völlig verwirrt, weil sie nie richtig wissen „Was machst du und wo bist du jetzt eigentlich?“. Bei uns am Kühlschrank hängt auch ein Plan, wo die Dinge eingezeichnet sind, die fest sind – wie der Yoga-Unterricht. Aber jetzt zum Beispiel Donnerstag ist bei mir immer der längste Tag. Da fahre ich früh ins Studio, übe selbst. Dann bin ich gerade in einer Agentur gebucht, das heißt um 9 fahre ich in die Agentur. Dann bin ich da meistens bis Mittag. Dann unterrichte ich an der Akademie ab 14 Uhr Onlinemarketing bis 18 Uhr. Dann fahre ich nach Hause, schlüpfe in meine Yoga-Leggings, fahre ins Studio und unterrichte abends dann noch Yoga. Das ist ein sehr langer Tag. Das ist auch so ein Tag, wo ich immer weiß, dass ist mein Hasstag. Da zieh ich einfach nur durch.

 

Die anderen Tage in der Woche sind eigentlich super flexibel. Also zum Beispiel heute bin ich eben kurz nach 6 im Studio gewesen und habe dann bis 8:30 Uhr geübt. Dann bin ich nach Hause geradelt, habe unterwegs noch eine Pause in der Sonne gemacht. Dann frühstücke ich entspannt und dann fange ich an, meine Projekte anzugehen. E-Mails zu beantworten, Kundenanfragen oder Coachings. Oder irgendwas zu produzieren, Videos drehen. Das ist halt ganz flexibel und das ist wirklich das, was mich antreibt. Ich merke, meine Kreativität entsteht, wenn ich frei bin, wenn ich keinen Termindruck habe, wenn ich mich nicht eingeengt fühle. Und deswegen bin ich eben selbstständig. Das ich mir wirklich selbstbestimmt den Tagesrhythmus so legen kann, wie es sich für mich grad gut anfühlt.

 

Ich plane jede Woche zuerst meine Pausen!

 

Ich bin zum Beispiel jemand, der arbeitet super gern früh und sehr spät abends. Dafür ist Nachmittag mein Tief, da hänge ich durch. Früher musste ich dann irgendwie in der Agentur mit Zahnstochern im Auge dasitzen und mich irgendwie wachhalten. Jetzt weiß ich, da bin ich einfach müde und dann mache ich Pause ab 15 Uhr und dann darf das auch sein.

 

Ich plane jeden Sonntag meine Woche. Ich fange immer mit meinen Pausen an. Ich plane zuerst „Wann habe ich Pausen und wann möchte ich nicht arbeiten?“. Und dann sind zum Beispiel bei mir zwischen 12 und 14 Uhr zwei Stunden, in denen ich auf jeden Fall Pause mache. In denen ich koche und da einfach keine Termine einstelle. Und dann trage ich alle festen Termine ein. Also wirklich alles. Wann ich eine Telco mit einem Kunden habe oder einen Termin vor Ort oder Yoga-Unterricht. All die fixen Sachen. Und da drumherum fange ich dann an, meine To Dos zu planen und ich setze mir pro Tag eigentlich wirklich nur drei To Dos. Manchmal schaffe ich mehr, aber erfahrungsgemäß reicht es, wenn ich diese drei Sachen plane. Einmal Video produzieren, dann schreibst du noch einen Blog Artikel und dann nimmst du noch eine Podcastfolge auf. Dann ist man schon gut voll. So plane ich eigentlich.

 

Du machst auch Coachings und es gibt so eine Art Online-Marketing-Kurs bei dir? Was sind das alles noch für Sachen?

 

Also ich habe ja wirklich klassisch BWL studiert und ich mag auch Marketing. Marketing ist für mich kreativ. Wie erreiche ich die Menschen, um ihnen auch mit meinen Produkten weiterzuhelfen, sie zu unterstützen? Deswegen ist Marketing an sich ja nichts Schlimmes.

 

Ich hatte damals immer das Problem, dass ich nicht richtig wusste „Wozu geben wir jetzt so viel Geld aus für eine Werbeanzeige für Toilettenpapier und da fließen dann irgendwie Millionen Euro?“. Das waren die Werte dahinter, die ich in der Werbebranche nicht verstehen konnte. Ich weiß, ich hatte so einen schlechten Glaubenssatz zum Thema Marketing. Und als ich dann aus Asien wiederkam, habe ich schon gemerkt, wenn du zum Beispiel Yogalehrerin bist, dann brauchst du Marketing, um sichtbar zu werden, dann brauchst du auch Marketing um deine Herzensprojekt in die Welt zu tragen.

 

Und dann habe ich eben zum Beispiel den Holy Marketing Kurs entwickelt, in dem ich eben genau diese verschiedenen Welten kombiniere. Ich gebe dir Tools mit an die Hand wie „Worauf musst du achten in der Bildsprache? Wie kannst du Layouts designen? Welche Tools sind da wichtig? Worauf achtet man bei Farben? Wie kannst du Texte schreiben?“ Also wirklich Marketing Basics, angefangen beim Branding bis hin zum konkreten Marketingtool. Aber gleichzeitig lehre ich in dem Kurs auch „Wie kannst du deine Kreativität, deine Intuition durch spirituelle Tools aktivieren?“ Weil Marketing ist das eine. Du musst ja trotzdem auch immer wieder Content produzieren und Feuerholz nachlegen, um das Feuer am Lodern zu halten. Und das geht eben nur, indem du weiterhin Ideen spinnst, weiterhin kreativ bist und auch immer wieder mit dem Aspekt, dass trotzdem mit Leichtigkeit zu machen und auch deine Pausen dabei zu finden. Achtsames arbeiten, Meditation mit an die Hand geben, wie du zum Beispiel im Einklang mit deinem weiblichen Zyklus deine Businessaktivitäten planen kannst. Das ist so der Holy Marketing Kurs. Das ist für alle, die sich selbstständig machen wollen oder schon selbstständig sind und einfach ihr Marketing, ihr Business auf die nächste Ebene bringen möchten.

 

Es ist also auch interessant, wenn man schon selbstständig ist?

 

Ich glaube, es kommt immer drauf an, wie sehr du dich damit schon auskennst. Aber meiner Meinung nach kannst du von allen Kursen immer noch mal was lernen. Ich gebe wirklich konkrete Tools an die Hand. Wie kannst du Layouts gestalten mit Canva? Da zeige ich zum Beispiel „Was ist da möglich? Wie kannst du deine Layouts gestalten? Was gibt es da noch so für Tricks, um das individuell zu halten?“. Gleichzeitig aber auch Übungen, um wirklich deine Intuition, deine Kreativität zu aktivieren. Schreibübungen, mit Links schreiben. Das sind auch Übungen, die dich weiterbringen können. Von daher glaube ich, ist der Kurs schon auch für Menschen geeignet, die schon selbstständig sind, die aber sagen „Ja, ich würde gerne noch sichtbarer werden oder würde gern mein Marketing-Material hochwertiger gestalten.“.

 

Schreib dich frei Challenge

 

Dann habe ich zum Beispiel eine „Schreib dich frei“-Challenge, weil ich eben auch viel Kraft dem Journaling ziehe. Hier kann ich einfach meine Gefühle, meine Gedanken raus schreiben und habe mir dann gedacht, alles, was ich mir an Fragen selbst stelle, das stelle ich anderen zur Verfügung. Und da kriegt man jeden Tag für 30 Tage lang eine E-Mail mit einem Schreibimpuls, wo du am Tag 15 Minuten schreiben sollst, mit dem Gedanken, dich besser zu reflektieren, dich besser kennenzulernen, Emotionen zu lösen. Da bekomme ich auch immer ganz tolles Feedback. Und der eine Kurs noch heißt Digital Detox und Entschleunigung. Da geht es darum, dass du dich von äußeren Reizen, wie zum Beispiel von deinem Handy, löst und den Blick nach innen richtest. Da sind auch sehr konkrete Handy-Challenges mit dabei, aber auch eben Meditation, auch Übungen, wie du einfach wirklich bei dir bleibst und dich nicht von äußeren Reizen ständig ablenken lässt. Wie du aufhörst, dich mit anderen zu vergleichen, sondern dein Ding machst.

 

Wenn jemand mehr von dir wissen will: Wo findet man mehr von dir?

 

Auf meiner Webseite katharinathuerer.de. Da findet man eigentlich alles, was ich so mache. Meine Kurse, meine Retreats, die Schreib dich frei-Challenge. Einfach mal ein bisschen stöbern. Aktiv bin ich ansonsten auf Instagram und Youtube. Da findet man mich am besten mit Katharina Soulful Empowerment. Da teile ich regelmäßig meine Gedanken, irgendwelche Impulse. YouTube ist noch nicht so aktiv, aber da habe ich auf jeden Fall schon einige Videos hochgeladen. Das wird noch mehr in der nächsten Zeit. Und dann mein Podcast. Der heißt Cocoona. Das ist ein Podcast für selbstbestimmte Schöpfer-Frauen mit dem Gedanken „Schäl dich aus deinem Kokon aus Ängsten, Sorgen und negativen Glaubenssätzen und entfalte deine Flügel und werde zu dem Schmetterling, der du bist“.

 

Vielen Dank für deine Zeit und unser super interessantes Gespräch, liebe Katharina! Ich könnte noch ewig mit dir weiterquatschen, vielleicht machen wir einfach mal eine zweite Folge?

 

 

 

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Christine Raab

Hallo, ich bin Christine, Mitte 30 und Body-Soul-Mind Coach. Ich möchte dich unterstützen auf deinem Weg durch die Krise zur Powerfrau. Hin zu mehr "Du", hin zu einem Leben voller Selbstliebe. Das Leben ist viel zu schade zum unglücklich sein. Du kannst alles sein was du bist.

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