Meine Tattoos, indische Götter und mein Weg durch die Religionen

Ein großes Projekt im letzten Jahr war mein Tattoo auf dem linken Arm. Auf Instagram konntest du ja sogar die Entstehung beobachten. Wenn du dir das Tattoo genau anschaust erkennst du vielleicht sogar die Motive.

Auf dem Unterarm ist Ganesha, auf dem Oberarm Radha und Krishna.

Falls dir das jetzt überhaupt nichts sagt – keine Sorge. Damit bist du wohl nicht alleine.

Alle drei sind indische Götter. Wie das kam, warum ich mir indische Gottheiten tätowieren lasse und welche Bedeutung sie haben – das möchte ich dir heute alles gerne verraten.

Radha-Krishna-Tattoo-Christine-Raab_1

 

Bin ich besonders religiös?

 

Wenn du jetzt denkst, dass ich bestimmt ganz besonders religiös bin muss ich antworten „Jein“. Ich bin in einem Dorf im Norden Bayerns aufgewachsen und dementsprechend typisch katholisch aufgewachsen. Als Teenager war ich sogar auf einer christlichen Mädchenschule.

Trotzdem hätte ich mich nie als besonders religiös gesehen und war sogar dann lange Zeit eher in erster Linie dagegen. Gegen Religion, gegen die typisch christlichen Ansichten.

Das lag aber hauptsächlich daran, dass es mir nie jemand gut (für mein Verständnis gut) erklärt hat. Ich hatte keinen Bezug dazu. Weder im Kommunionunterricht noch später an der christlichen Schule. Im Gegenteil. Ich war (und bin es immer noch) sehr neugierig und diskussionsfreudig. Wohl sehr zum Leitwesen meiner Lehrer*innen.

So habe ich also immer sehr viel hinterfragt und mit „Das ist halt so“ Antworten kann ich mich ziemlich schlecht zufrieden geben. (Funfact: Ich habe mit dem Mathelehrer darüber diskutiert warum 3+3 überhaupt 6 sein muss. Es könnte ja auch einfach etwas anderes sein und nur weil das irgendwer mal festgelegt hat muss es ja noch lange nicht stimmen. Du kannst dir also meine Diskussionsfreudigkeit jetzt vielleicht ansatzweise vorstellen. ^^)

 

Hexen, Heiden und so

 

Als Teenager habe ich dann zum ersten Mal etwas von Hexen und Heiden gelesen. Heute noch habe ich ungefähr zwei Reihen mit Büchern zu diesen Themen im Bücherregal stehen. Ich fand daran vor allem die Verbundenheit mit der Natur toll. Speziell beim Wicca Glauben hat mich die Hierarchie zu sehr an das Christentum erinnert, weshalb ich damit nichts anfangen konnte.

Aber die Grundsätze wie „Tue was du willst aber schade niemandem“ finde ich heute nach wie vor sehr gut.

Starke Hierarchien, blinder Gehorsam und wenig Möglichkeit zur eigenen Entscheidung sind Dinge, die ich überhaupt nicht leiden kann. Das Miteinander und die persönliche Freiheit empfinde ich für mich als ziemlich wichtig.

Kein Wunder also, dass ich die Heiden dem Christentum vorgezogen habe.

Jesus, du bist großartig!

 

Erst mit meiner Ausbildung zur Erzieherin 2000 – 2005 an der Fachakademie für Sozialpädagogik konnte ich wieder einen guten Zugang finden zu christlichen Werten. Das habe ich vor allem auch meinem Theologie Lehrer Herr Müller zu verdanken (viele Grüße an der Stelle!). Denn er hat sich auf all die Diskussionen mit mir eingelassen.

Obwohl es hier natürlich viel weniger darum geht mich selbst zu überzeugen sondern vielmehr darum wie ich mit Kindern, Jugendlichen oder auch Menschen mit Behinderungen Religion als Thema angehen kann. Denn gerade Kindertagesstätten sind ja oft unter christlicher Trägerschaft und dementsprechend wird das auch in den KiTas thematisiert.

Überhaupt sind einige Feste ja auch aus kultureller Sicht ziemlich bedeutsam bei uns in Deutschland. Ganz vorne natürlich Weihnachten und Ostern.

 

Wie modern ist die Bibel?

 

Wir haben in der Ausbildung Stellen aus der Bibel gelesen. Das neue Testament und Jesus. Endlich wurde die Religion mal in den Alltag gebracht. Jesus hilft Maria Magdalena. Die von der Gesellschaft verstoßen wurde. Die geächtet wurde. Doch ihm ist das alles egal. Es geht um den Menschen. Es geht um die Liebe! Damn it! Wie kann ich das in mein Leben integrieren?

What would Jesus do? Diese Frage ist so wertvoll und wir sollten uns das einfach viel öfter fragen!

Meine Erkenntnis aus dieser Zeit: Religion ist nicht das, was alte weiße Männer in hohen Positionen draus machen. Leider. Denn das ist der Grund warum aus vermeintlich religiösen Gründen Kriege geführt werden. Unnötigerweise!

 

Aber es soll ja hier gar nicht so sehr um Hexen oder Jesus gehen sondern vor allem um Radha und Krishna.

 

Mal von meinem kleinen Jesus Crush abgesehen spielt Religion in meinem Leben keine große Rolle. Ich bete nicht und gehe auch nicht regelmäßig in die Kirche. Wobei ich Kirchen sehr gerne mag und auch gerne dort bin. Und wenn ein Gottesdienst gut gestaltet ist finde ich das großartig. Leider gibt es zu wenige gute Priester und Pfarrer. Kirche ist zu oft zu wenig an den Menschen. Meiner Meinung nach.

Zeit für dich

 

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Die Hindu Götter treten in mein Leben

 

Und dann kam im Januar 2016 meine Yogalehrer Ausbildung. Ich bin ein bisschen blauäugig da rein gegangen. Bis dahin war Yoga für mich einfach nur eine Art Gymnastik. Doch direkt in der ersten Ausbildungsstunde waren die yogischen Schriften Thema und wir haben die ersten Zeilen im „Yogasutra nach Patanjali“ gelesen.

Einige Woche später stand „Bhakti Yoga“ auf dem Ausbildungsplan. Nun muss man wissen, dass Yoga per se erstmal keine Religion sondern eine Philosophie ist. Aber ähnlich wie hier bei uns Weihnachten und Ostern präsent sind so sind gewisse Einflüsse eben auch im Yoga.

Yoga selbst ist eine spirituelle Praxis. Es gibt auch hier unterschiedliche Glaubensansätze und die alle aufzuführen würde definitiv den Rahmen sprengen. (Ich glaube das wird auch so mein längster Blogbeitrag ever!)

 

Bhakti ist einer der sechs Yoga Wege. Ich habe diese Wege auch schon mal im Podcast vorgestellt. Höre da gerne rein.

 

Bhakti Yoga Praxis – der Weg der Hingabe

 

Die Bhakti Praxis meint eine Praxis der Hingabe und Verehrung an das Göttliche. Dazu muss man wissen, dass ich anderen Ländern das Göttliche ansich noch viel mehr Teil des täglichen Lebens ist wie bei uns.

Das durfte ich 2018 auf Bali selbst erleben und war total begeistert und beeindruckt von den zahlreichen „Offerings“, die man jeden Tag quasi überall findet.

Im Bhakti wird also das Göttliche verehrt. Ganz häufig geschieht das in Form von Liedern, dem gemeinsamen Singen, aber auch allem was schön ist.

Es werden Blumen aufgestellt und mit Räucherstäbchen oder auch beispielsweise ätherischen Ölen der Raum beduftet. Alles ist liebevoll und in Hingabe.

Typisch sind die Mantra Gesänge. Auch über Mantren habe ich schon öfters gesprochen und geschrieben, zum Beispiel hier:

 

 

Ich habe mich an diesem Ausbildungswochenende in Bhakti verliebt. Mir macht es Spaß vor allem mit anderen gemeinsam Lieder zu singen. Es ist auch ganz egal ob man versteht was man singt. Gerade die „typischen“ Mantras in Sanskrit oder auch Gurmukhi sind soo schön!

Bhakti symbolisiert die Lebensfreude. Und genau dafür steht auch Krishna. (Applaus für die grandiose Überleitung!)

 

Radha und Krishna

 

Krishna ist einer der beliebtesten Hindu Götter. Denn er steht für die universelle Liebe, für die Freude, für den Tanz (des Lebens). Ich könnte euch jetzt zig ganz wundervolle Geschichten erzählen (Grüße an die liebe Eva an der Stelle).

Radha ist Krishnas Frau. Die beiden bilden eine Einheit. Das finde ich so wundervoll. Beide sind gleichwertig und man sagt, dass man Krishna nie verehren kann wenn man nicht auch Radha verehrt. Sie gehören zusammen. Individuell für sich und doch eine Einheit.

Radha und Krishna stehen für die echte, ehrliche und tiefe Liebe, zueinander in tiefer Hingabe verbunden.

 

Was ich an den Hindu Göttern so mag

 

Auch wenn es im Hinduismus viele Götter gibt, im Gegensatz zum Christentum beispielsweise, wo es ja nur einen Gott geben darf, stehen diese Götter letztendlich nur für verschiedene Qualitäten.

Auch hier ist alles eins und ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass alle Religionen im Kern gleich sind. Die Botschaft ist immer die universelle Liebe. Es geht darum gut zu sich und zu anderen zu sein. Niemandem zu schaden (erinnerst du dich noch an das „Hexengebot“?).

Jeder Gott, jede Göttin steht für eine bestimmte Qualität, für spezielle Eigenschaften. Und je nachdem was gerade das Thema für einen selbst ist werden unterschiedliche Götter angerufen oder verehrt.

Krishna steht dabei für das Spielerische, die Leichtigkeit, Radha für die Hingabe und die tiefe Liebe. Ganesha ist der, der die Hindernisse beseitigt, Shiva transformiert, genau wie Kali. Hier gilt: Die Zerstörung (der Illusion) um etwas Neues zu erschaffen (um die Wahrheit zu erkennen). Lakshmi steht für Fülle, Reichtum, Schönheit; Hanuman für Treue. Und so weiter.

Für mich fühlt sich das sehr nah an, menschlich. Die Götter sind nicht immer die Überlegenen, sondern erleben in ihren Geschichten ganz normale und menschliche Dinge. Genau wie Jesus.

 

Es geht nicht konkret darum wen oder was du verehrst, an was du glaubst. Es geht darum wie du lebst.

 

Das war jetzt ein ziemlich persönlicher und ausführlicher Blogbeitrag. Ich bin so gespannt auf deine Meinung, deine Erfahrungen und dein Feedback.

Schreib mir das doch gerne auf Instagram oder natürlich auch gerne hier direkt im Blog. Wenn es dir zu privat ist auch gerne einfach per Mail.

 

Ich freue mich von dir zu hören!

Lass dein Licht strahlen und mach die Welt ein bisschen heller.
Christine

 

Meine Tattoos sind von Tom Scher, Körperkunst Karlsruhe.

Transparenz & Disclaimer

 

Dieser Post gilt als Werbung, da ich sehr wahrscheinlich einige Verlinkungen im Beitrag habe, unter anderem Affiliate Links oder Links zu anderen Seiten.  Bei (bezahlten) Kooperationen gebe ich das immer dementsprechend an, z.B. mit der Kennzeichnung "Anzeige" oder "Werbung" am Beginn des Beitrags. Meine Beiträge spiegeln allerdings immer ausschließlich meine eigene Meinung wieder, die nicht käuflich ist! Auf Grund der aktuellen, unklaren Regelung bezüglich Werbeposts muss ich das leider nochmal so umständlich hier schreiben. Danke für deine Verständnis!

 

Außerdem möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass ich lediglich Infos und Tipps mit dir teile, die meine eigene Erfahrungen wiederspiegeln. Ich  gebe keine Heilversprechen und stelle keine Diagnosen. Solltest du psychische oder physische Krankheiten haben empfehle ich dir einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen.

 

Christine Raab

Aloha! Ich bin Christine, Mitte 30, grüner Lifestyle Blogger und Tausendsassa. 2014 hat eine Brustkrebs Diagnose mein Leben ganz schön durcheinander gerüttelt. Allerdings hat es mich auch dazu gebracht mein ganzes Leben nochmal zu überdenken. Heute ist meine große Vision dich zu inspirieren zu einem ganzheitlichen und nachhaltigen Leben voller Energie, Leichtigkeit und in Selbstliebe zu finden. Ich möchte die Welt verbessern - bist du dabei?

Ich freue mich auf Kommentare!

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