Ein Tag in Berlin, der viele Fragen aufwirft

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2017 war ich stolze Teilnehmerin der #körperstolz Kampagne von BVmed und wurde nun in diesem Rahmen zur XPOMET nach Berlin eingeladen. Auf diesem Medizin Festival wurde ich mit einigen anderen Teilnehmern interviewed.

Daneben blieb mir ein bisschen Zeit endlich mal Berlin zu erkunden. Das habe ich bisher nämlich noch nie gemacht. Ich war zwar inzwischen schon öfter dort für verschiedene Events, aber irgendwie blieb nie Zeit mal die Stadt anzuschauen. Von einer kurzen Runde im Hopp in – Hopp off Bus mal abgesehen (allerdings ohne Hopp off!).

 

Dieses Mal sollte das endlich klappen. Ich hatte dafür Samstags ab ca. 12 Uhr Zeit und hatte mir vorher schon eine kleine Route überlegt. Wenn man, so wie ich, doch eher ländlich wohnt ist Berlin im ersten Moment eine ziemliche Überforderung.

Laut, voll, so viele Menschen, zig U- und S-Bahnen.

Ein Hoch auf mein Handy, dass mich so sicher durch die Gegend navigiert hat. ^^

 

Ich fuhr also von der Arena Berlin, wo die XPOMET stattfand, direkt an den Ku`damm. Da ich mir vorher gar nicht so wirklich Gedanken gemacht hatte und dementsprechend gar nicht wusste was mich wo genau erwartet war ich doch ziemlich überrascht, dass das einfach eine Art Einkaufspassage ist. Oder ich habe das Geheimnis dahinter nicht entdeckt. Auf jeden Fall war das jetzt nicht so wirklich spannend für mich und ich bin dann direkt zum Brandenburger Tor gefahren.

WOW!

Einfach nur WOW! Ich kenne das Tor natürlich aus vielen Filmen und aus dem TV, aber ehrlich gesagt hätte ich nicht damit gerechnet was der Anblick mit mir macht. Natürlich war auch hier mega viel los und direkt davor spielte eine kleine Band passenderweise auf Geige und Cello den Game of Thrones Titelsong. Für mich steht das Tor irgendwie symbolisch auch für die Freiheit und die Wiedervereinigung. Noch beeindruckender war es dann zum Abend. Ich hatte nämlich das riesen Glück pünktlich zum Festival of Lights dort zu sein (das in diesem Jahr übrigens unter dem Motto „Freedom“ stand. Wie passend!).

Da wurden an verschiedene bekannte Gebäude in Berlin Bilder projeziert und unter anderem eben auch am Brandenburger Tor. Darunter war auch der Mauerfall, tanzende Menschen und Menschen die anderen Menschen nach oben helfen. Sehr berührend für mich! (Mehr Bilder dazu kommen weiter unten)

Mittags bin ich dann weiter zum Checkpoint Charlie. Ziemlich bekannt aus gleichnamigem Film und auch hier geht es mir weniger um den Ort oder in dem Fall um das Häuschen an sich als viel mehr um die Geschichte dahinter. Ich kann mich noch aus meiner Kindheit erinnern, dass man einen Pass mitnehmen musste wenn man ins Ausland (z.B. Tschechei) gefahren ist. Nun war ich noch nie wirklich viel im Urlaub oder allgemein unterwegs, deshalb sind solche Grenzen innerhalb Europas für mich eigentlich überhaupt gar nicht präsent. (Sie sind ja nun schon seit sehr langer Zeit offen.)

Und umso krasser finde ich es dann, wenn man sich überlegt, dass innerhalb eines Landes, innerhalb der Stadt einfach eine Grenze gesetzt wird. Nicht nur eine kleine Grenze, sondern wirklich heftig militärisch bewacht und verteidigt. Es ist eigentlich unvorstellbar für mich! Dank verschiedener Filme kann man sich ja nur halbwegs vorstellen wie das Leben zu der Zeit gewesen sein muss und vor allem für die Menschen, die sich durch diese (eigentlich ja fast willkürliche) Grenze nicht begrenzen lassen wollten.

Wie unglaublich muss das Gefühl gewesen sein, als es hieß, dass die Grenzen ab sofort offen sind. Als die Mauer eingestürzt wurde und die Menschen sich wieder frei bewegen und wiedersehen konnten! Unfassbar!

 

–> Mehr zur deutschen Geschichte nachlesen bei Wikipedia

 

All diese Gedanken schwirrten mir da eben durch den Kopf. So ein unnötiger Akt der Willkür, dem sich so viele Menschen beugen mussten. Und trotz der 30jährigen Wiedervereinigung ist das gemeinsame Deutschland, das gemeinsame Europa und letztendlich unsere eine gemeinsame Welt trotzdem leider in vielen Köpfen noch nicht angekommen.

In der U-Bahn Station am Brandenburger Tor wurde die Geschichte in Schautafeln dokumentiert. Es ist alles noch gar nicht so lange her und wir sollten alle dafür sorgen, dass diese schrecklichen Dinge nie mehr passieren können!

Vom Checkpoint Charlie bin ich für eine kleine Verschnaufpause zurück ins Hotel am Alexanderplatz und dann von dort weiter nach Kreuzberg, wo ich mich mit der lieben Julia von Juloveyoga getroffen habe. Mega schön, wenn aus online dann offline wird. Und umso schöner, wenn man sich auf Anhieb super gut versteht und eigentlich die ganze Zeit quatschen könnte. (FunFact: Timo und ich üben häufig zu Julias Ashtanga Video auf YouTube ^^)

Ein mega leckeres Eis und einen Hafermilchkaffee später sind wir ein bisschen durch den Görlitzer Park geschlendert bevor es für mich am späten Nachmittag wieder zurück ins Hotel ging. Dort habe ich mich nochmal ein Stündchen ausgeruht (war ja doch ein anstrengender Tag! Morgens Interview auf der XPOMET und dann den ganzen Mittag unterwegs…) bevor ich abends gegen 20 Uhr nochmal Richtung Brandenburger Tor bin um mir die besagte Lichtershow anzusehen.

Sonntag

Am Sonntag ging es für mich wieder zurück nach Hause. Aber zwischen Frühstück und Abfahrt habe ich mir nochmal ein bisschen was um den Alexanderplatz herum angeschaut. Das rote Rathaus, die Kirche, den Neptun Brunnen und den Berliner Dom (ich wusste bis dahin nicht, dass Berlin einen Dom hat…). Den Lustgarten und auf dem Rückweg bin ich noch zufällig an der Marx & Engels Statue vorbeigekommen.

Insgesamt eine sehr beeindruckende Stadt, auch wenn ich nur sehr wenig Zeit hatte um mir etwa anzuschauen. Was mich allerdings sehr geschockt hat war die Menge an Obdachlosen. Das kenne ich von hier nicht. Klar gibt es hier und da Bettler in der Fußgängerzone und in Frankfurt insgesamt auch durchaus mehr, aber in dieser Häufigkeit und wirklich so, dass jeden Tag und jederzeit Menschen unter der Brücke liegen, schlafen, leben. Das finde ich richtig schlimm und habe mir die Frage gestellt woran das liegt, wie das passieren kann, dass man so durch das System fällt. Ob es Möglichkeiten gibt wieder zurück zu kommen oder ob irgendwann der Punkt erreicht ist zwischen Alkohol, Drogen und Depressionen, dass man es vielleicht auch gar nicht mehr will. Ich glaube jeder sollte das wirklich mal sehen um gewissen Entscheidungen anders treffen zu können. Wer nie damit konfrontiert wurde kann es wahrscheinlich nicht (oder weniger) nachvollziehen.

Und das bringt mich zu dem nächsten Gedanken, dass wir wirklich so extrem froh sein können, dass Deutschland und Europa nun schon so lange kriegsfrei ist (wobei es eigentlich noch gar nicht so lange ist). Es ist einfach wahnsinnig schlimm was auf der Welt passiert. So viele Deutsche waren selbst in einer gewissen Art und Weise Flüchtlinge und es ist einfach nur Glück, dass jetzt in diesem Moment die meisten von uns davon nicht betroffen sind. Wir haben dafür meistens nichts speziell getan, außer eben zufällig in diesem Land zu dieser Zeit geboren worden zu sein!

 

Eines Tages, Baby, werden wir alt sein. Oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können. Lass uns uns mal demaskieren und dann sehen, wir sind die Gleichen, und dann können wir uns ruhig sagen, dass wir uns viel bedeuten, denn das Leben, das wir führen wollen, das können wir selber wählen. […] Also los, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen. Und eines Tages, Baby, werden wir alt sein. Oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind. (Julia Engelmann)

 

JEDE*R von uns kann etwas dazu beitragen diese Welt zu einem besseren Ort zu machen! Lasst uns jetzt, hier und heute, anfangen!

 

Christine

 

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Christine Raab

Aloha! Ich bin Christine, Mitte 30, grüner Lifestyle Blogger und Tausendsassa. 2014 hat eine Brustkrebs Diagnose mein Leben ganz schön durcheinander gerüttelt. Allerdings hat es mich auch dazu gebracht mein ganzes Leben nochmal zu überdenken. Heute ist meine große Vision dich zu inspirieren zu einem ganzheitlichen und nachhaltigen Leben voller Energie, Leichtigkeit und in Selbstliebe zu finden. Ich möchte die Welt verbessern - bist du dabei?

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