Yogalehrer Ausbildung – Yogatherapie – Thai Yoga // Interview mit Anja Glage

Yogalehrer Ausbildung – Yogatherapie – Thai Yoga // Interview mit Anja Glage

Yogalehrer Ausbildung – Yogatherapie – Thai Yoga. Was ist das alles? Wo sind die Unterschiede und welche Voraussetzungen brauche ich dafür? Über das alles rede ich in der heutigen Podcast Folge mit Anja Glage.

 

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Das ist mir mal wieder eine ganz besondere Freude, denn Anja und ich haben zusammen die Yogalehrer Ausbildung bei Nadine gemacht. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, ist es ziemlich spannend sich noch mal ganz gezielt über diese Themen zu unterhalten. Anja hat nämlich nach der Ausbildung noch die Yogatherapie und Thai Yoga angehängt. Warum, weshalb, wieso und was ihr das gebracht hat bzw. noch bringt – all das bequatschen wir locker am Küchentisch in der heutigen Episode.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Zuhören!
Christine

 

Das Interview zum Nachlesen

 

Heute ist die liebe Anja zum Podcast-Interview zu Gast an meinem Küchentisch.

Anja und ich haben zusammen die Ausbildung zum Yoga-Lehrer gemacht, deswegen ist das besonders cool. Wir sprechen heute auch über das Thema Yoga. Genauer gesagt über die Yoga-Therapie, denn Anja ist gerade dabei, die Ausbildung zur Yoga-Therapeutin zu machen. Was das genau ist, wie es dazu kam und wer sie eigentlich ist, dass darf sie jetzt gleich selbst erzählen. Deswegen erstmal „Herzlich Willkommen liebe Anja“.

 

Anja: Ich freu mich sehr, dass ich hier sein darf! Ich habe mit Christine zusammen die Yoga-Lehrer Ausbildung gemacht und daher kennen wir uns auch. Ich unterrichte Yoga und habe festgestellt, dass immer mehr Leute im Yoga-Unterricht ganz individuelle Probleme haben. Sei es Hüfte, sei es Knie, sei es Kopfschmerzen und alles, was mit dem Rücken zu tun hat. Um darauf ein bisschen mehr eingehen zu können, habe ich mir dann überlegt, eine Ausbildung zur Yoga-Therapeutin zu machen. Ich bin auch sehr interessiert an Anatomie und versuche, dafür ein besseres Verständnis zu bekommen. Ich habe dann im Januar mit der Ausbildung zur Yoga-Therapeutin angefangen.

 

Muss man Yoga-Lehrer sein, um die Ausbildung machen zu können?

Nein, du musst kein Yoga-Lehrer sein, aber ich würde es empfehlen. Sonst musst du dir die ganzen Sachen, die du in der Yoga-Lehrer-Ausbildung gelernt hast, selbst beibringen.

 

Die ganzen anatomischen Sachen oder grundsätzlich die Asanas?

Die Asanas und Pranayama. Die Atemübungen vor allem und auch ein bisschen die philosophischen Sachen und dieses Konzept von den Körpern im Yoga usw. Das spielt eine Rolle bei der Yoga-Therapie und da sollte man ein bisschen drüber Bescheid wissen. Oder auch über Meditation.

 

Es ist wahrscheinlich auch von Vorteil, die Asanas halbwegs gut ausführen zu können und auch anatomisch ein bisschen was dazu zu wissen, oder?

In der Yoga-Therapie geht es ja nicht um den gesunden Menschen, sondern es geht um Leute, die zu dir kommen, weil sie Beschwerden haben. Wenn z. B. jemand mit Asthma oder hohem Blutdruck zu dir kommt, solltest du schon ein bisschen darüber Bescheid wissen, wie das im Körper so abläuft. Es geht gar nicht so sehr um das, was passiert, wenn ich eine Asana mache, sondern es geht darum, ungefähr zu wissen, was derjenige hat und daraufhin einen Therapieplan zu erstellen. Die klassischen Asanas, die du im Yoga machst, machst du in der Yoga-Therapie in der Regel nicht.

 

Was machst du dann stattdessen? Sind das dann auch eher Einzeltermine?

Es ist schon ganz oft so, dass die Leute, die zur Yoga-Therapie kommen, mit Yoga überhaupt nichts am Hut haben. Das sind oft Leute, die waren schon bei 25.000 Ärzten, Heilpraktikern und was es da sonst noch alles gibt und die einfach keine Lösung für ihr Problem, ihre Krankheit finden. Natürlich gibt es auch Leute, die in Kurse gehen, wo man dann feststellt, dass derjenige in einem Yoga-Kurs nicht gut aufgehoben ist. Den könnte man dann ansprechen und Yoga-Therapie anbieten. Eine Yoga-Therapie umfasst ca. 4 bis 6 Sitzungen über ca. ein halbes bis dreiviertel Jahr und danach sollten die Leute auch in der Lage sein, in einen normalen Yoga-Kurs zu gehen.

 

Machst du dann eine Art Anamnese-Gespräch?

Genau. Du machst eine sehr intensive Anamnese, der Bogen ist ziemlich lang. Das ist sehr wichtig, damit du genau Bescheid weißt. Die Übungen werden dann entsprechend angepasst. Man macht sehr viele Atemübungen in der Yoga-Therapie, weil die auf das Nervensystem und den ganzen Organismus wirken. Man macht auch sogenannte „Atemgymnastik“, also Atmen mit Bewegungen. Dabei geht es nicht um Asanas, es geht einfach darum, achtsam zu sein, in Achtsamkeit die Bewegungen auszuführen.

 

Bekommen die Personen dann Hausaufgaben?

Genau. Es hat ja überhaupt nichts mit Esoterik zu tun, man muss aber genau schauen, ob man der Person ein Mantra mit nach Hause geben kann oder eher nicht. Es gibt Leute, die kommen aus dem Yoga, die sind offen für Meditation, es gibt aber auch Leute, die wollen damit nichts am Hut haben. Das erfragt man aber vorher. Man kann z. B. Meditationen mitgeben, man kann Mantren mitgeben, das muss man aber nicht. Der Klient muss da auch mit dir mitgehen. Die Atemübungen sind aber ganz wichtig, die sind das A und O. Bei den Asanas ist es so, dass es auch Leute gibt, die sind so eingeschränkt, die können gar keine klassischen Asanas machen. Dann macht man „Katze Kuh“ in einer Atembewegung, Stellung des Kindes oder ganz viele Sachen in Rückenlage. Es gibt natürlich auch Leute, die sind fitter, da kann man auch mehr machen.

 

Durch die Yoga-Lehrer-Ausbildung könntest du auch eine kleine Asana-Praxis für zu Hause zeigen, was in der Yoga-Therapie sonst nicht so üblich ist?

Du hast keine Asanafolgen. In der Yoga-Therapie gilt immer „Weniger ist mehr“. Man gibt den Klienten nicht zwanzig Asanas mit – damit sind die Leute völlig überfordert. Man hat zwei Atemübungen, man hat eine Meditation und man hat zwei, drei Sachen – eine Miniabfolge an Asanas, die man den Klienten zeigt. Das sollen sie dann so oft wie möglich machen. Es ist immer ganz schön, wenn man das in den Alltag integrieren kann. Dass man nicht extra die Matte ausrollen muss, sondern dass man sich einfach vor den Fernseher, z. B. in kreuzbeinigem Sitz auf den Boden setzt, nicht auf das Sofa lümmelt, und dabei ein bisschen Beckenboden-Gymnastik macht. Beckenboden ist ein ganz großes Thema in der Yoga-Therapie. Ich durfte lernen, dass der Beckenboden unsere ganze Wirbelsäule stabilisiert und uns aufrecht stehen und gehen lässt. Es gibt 3 Schichten im Beckenboden. Wenn man z. B. die mittlere Schicht anspannt, dann spannen sich die Beine an, das Becken richtet sich auf. Wenn man die oberste Schicht anspannt, dann richtet sich der Brustkorb auf und man wird automatisch in der Halswirbelsäule und der Brustwirbelsäule gerade. Das ist auch ein Bestandteil, bei dem man den Leuten sagt „Wenn ihr an der Kasse steht, wenn ihr zur Bushaltestelle geht, achtet auf euren Beckenboden,“ oder „Achtet auf eure Füße. Wie steht ihr? Setzt das Gewicht nicht nur auf einen Fuß, sondern auf beide Füße.“. Die ganzen Sachen, die man aus dem Yoga kennt, gibt man mit in den Alltag.

 

Wie kamst du auf die Yoga-Therapie?

Ich kam durch Carina (A. d. R. Yoga-Lehrerin im Studio, in dem Anja und Christine ihre Yoga-Lehrer-Ausbildung gemacht haben) drauf, die hat mir das empfohlen. Sie hat mir davon erzählt, ich habe das gegoogelt und hab mich dann dafür angemeldet.

 

Müssen die Leute zu dir kommen oder kann man das theoretisch auch alles online machen?

Ich mache das aktuell noch nicht, weil ich mit der Ausbildung noch nicht fertig bin. Ich möchte das ab Januar anbieten. Wie ich das aber konkret anbiete, weiß ich noch gar nicht. Ich würde aber schon sagen, dass ich online schwierig finde. Der Klient sollte vor Ort sein oder ich bei ihm. Ich weiß nicht, ob es das in der Form gibt, ich persönlich würde das nicht machen. Du musst die Leute ja auch anfassen. Wenn du z. B. eine Anamnese machst, dann schaust du dir die Person zuerst an, schaust, wie sie steht. Steht sie schief, hat sie ein kürzeres Bein, wie ist die Hüfte? Wie läuft sie, wie ist die Haltung? Das sind alles ganz wichtige Sachen und ich glaube, dass man das online nicht kann.

 

Die Ausbildung geht 1 Jahr lang?

Ja, die Ausbildung geht ein ganzes Jahr lang. Es sind 7 Module, sehr intensive Wochenenden mit sehr viel Anatomie, aber auch sehr viel Praxis. Wir hatten auch schon unsere ersten Patienten, bei denen wir mal eine Anamnese stellen durften und einen Therapieplan ausarbeiten durften.

 

Waren das echte Patienten?

Das waren Leute aus den Yoga-Kursen, die aber tatsächlich Beschwerden haben. Das war schon authentisch. Ich bekomme im September mein Thema für meine Abschlussarbeit. Man macht keine Prüfung wie bei der Yoga-Ausbildung, sondern man bekommt ein Thema, dann sucht man sich einen Patienten, der auch wirklich an dieser Krankheit leidet. Man macht eine Anamnese, behandelt ihn über 4 bis 6 Termine und schreibt darüber die Arbeit. Ich würde dann auch ab September jemanden suchen, ich weiß bloß nicht, zu welchem Thema. Das wird ausgelost. Mögliche Themen wären Kopfschmerzen, Arthritis, Arthrose, Verdauungsprobleme, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Kniegelenke, Tinnitus, Bluthochdruck und Asthma. Das sind so die Hauptsachen, bei denen man tatsächlich mit der Yoga-Therapie unterstützen kann.

 

Gibt es auch etwas, das man mit Yoga-Therapie nicht behandelt?

Das ist sehr individuell. Es wirkt auch bei Angst und Depressionen sehr gut. Da würde ich aber nur unterstützend tätig werden, wenn jemand sowieso schon in einer Psychotherapie ist. Wenn jemand kommt, der noch gar nicht beim Arzt war und noch gar nichts abgeklärt hat, der wird von mir nicht behandelt. Es muss medizinisch abgeklärt sein, was los ist. Eine Diagnose ist das A und O.

 

Wie ist es, wenn man einfach nur Rückenschmerzen hat?

Ich schicke die Leute trotzdem zum Arzt, denn Rückenschmerzen kommen ja irgendwo her. Es gibt natürlich haufenweise Rückenschmerzen, bei denen die Ärzte keine Ursachen finden. Aber ich möchte, dass das vorher abgeklärt wird.

 

Du bietest aktuell neben Yoga noch etwas anderes an?

Ja genau, ich biete Thai-Yoga-Massagen an. Ich hatte das Glück, das an vier Wochenenden zu lernen. Man sagt, dass ist „Yoga für Faule“. Man liegt sehr bequem auf einer Art Futon oder auf einer Matte und vielen Decken. Man wird durchbewegt, die Gelenke werden gelockert, die Muskeln werden gelockert. Man ist dabei angezogen, es ist nicht mit Öl. Es ist keine klassische Massage. Es sind schon auch ein paar Asanas dabei, wie z. B. der Baum im Liegen. Man wird durch mich in diese Position gebracht. Im Idealfall bewegt man sich selbst überhaupt nicht. Man hat dabei die Augen geschlossen, es läuft schöne Musik. Es geht hierbei um den ganzen Körper. Man fängt an den Füßen an und hört am Gesicht auf. Man arbeitet von unten nach oben, der Klient liegt am Anfang auf dem Rücken, dann auf dem Bauch. Es gibt auch Sachen im Sitzen.

 

Wie lange dauert eine Thai-Yoga-Massage?

Ich biete 60 Minuten an, es gibt aber auch 90 Minuten.

 

Welche Medien-Empfehlungen zur Yoga-Therapie, zu Yoga allgemein, zur Thai-Yoga-Massage oder was du selbst einfach richtig gut findest, hast du für uns?

Einen Podcast, den ich selbst richtig toll finde, ist von YogaEasy. Den macht Kristin Rübesamen. Sie ist eine Journalistin und interviewt die Yoga-Lehrer, die im Studio von YogaEasy unterrichten. Das sind Koryphäen, das sind bekannte Leute und sie macht das super toll. Den finde ich total klasse.

Dann gibt es einen neuen Podcast von Fuck Lucky Go Happy, der heißt „Heiliger Bimbam“, der ist auch richtig gut, ganz ganz toll.

Bücher habe ich jetzt leider nicht im Kopf, aber da gibt es sicherlich auch einige. Der Klassiker zur Thai-Yoga-Massage ist sicher das Buch von Tobias Frank.

 

Wo machst du deine Yoga-Therapie-Ausbildung?

Die mache ich bei Ananda Yoga in Haßloch in der Nähe von Landau. Das kann ich sehr empfehlen, absolut toll. Das machen zwei Frauen. Die eine ist Ärztin, die andere ist Yoga-Lehrerin und hat noch alle möglichen anderen Qualifikationen. Ganz toll und wirklich auch sehr unterhaltsam.

Die schnellen Abschluss Fragen

 

Was ist für dich Glück?

Glück ist für mich, ganz viel Zeit für mich zu haben. Mir meine Zeit frei einteilen zu können. Viel schlafen zu können. Früh aufstehen zu können. Natur – in der Natur zu wohnen. Nicht mehr jeden Tag in einer vollen Innenstadt rumrennen zu müssen. Das schätze ich sehr. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Und ich bin auch sehr dankbar für die Yoga-Ausbildung, die ich gemacht habe. Das war eine der besten Sachen, die ich in meinem Leben gemacht habe.

 

Wann bist du im Flow?

Beim Unterrichten. Beim Yoga unterrichten bin ich absolut im Flow. Das macht mir auch total Spaß. Ich bin ja eine, die gar nicht unterrichten wollte. Ich hätte mir vor zwei Jahren niemals vorstellen können, vor einer Yoga-Klasse zu stehen und da auch noch was anzusagen. Das ging gar nicht. Und jetzt mache ich das und finde es total toll und bin total glücklich mit meinen Yogis, die freitags immer zu mir kommen. Und die sind auch glücklich mit mir und das macht Spaß. Da bin ich wirklich im Flow. Und überhaupt, wenn ich mich mit solchen Sachen wie den yogischen Themen oder Anatomie beschäftige und natürlich, wenn ich lese. Ich lese sehr viel, auch Belletristik. Das ist aber weniger geworden, weil ich viel Yogabücher und Fachbücher lese.

 

Wo siehst du dich heute in 5 Jahren?

Ich vermeide es ja immer ganz gerne, mich in die Zukunft zu manövrieren. Ich bin echt ganz froh, dass ich es geschafft habe, in der Gegenwart zu sein. Gedanklich. Ich habe früher immer sehr viel in der Vergangenheit gelebt und sehr viel auch in der Zukunft und fast nie in der Gegenwart. Es ist mir auch durch das Yoga gelungen, das ein bisschen zu ändern. Und deswegen denke ich nicht soweit. Will ich auch gar nicht. Man weiß eh nicht, was kommt und ich denke da lieber auch nicht darüber nach.

 

Ich danke dir sehr für unser Gespräch!

 

 

Shownotes*

 

 


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Christine Raab

Hallo, ich bin Christine, Mitte 30 und Tausendsassa. Ich blogge hier über Naturkosmetik, Yoga und einen ganzheitlichen, nachhaltigen und grünen Lifestyle. Meine Brustkrebserkrankung 2014 hat mich zum Umdenken bewogen und ich möchte euch gerne von meinen Erfahrungen profitieren lassen.

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